OnePlus 3

Das OnePlus 3 ist das neue Flaggschiff des chinesischen Herstellers OnePlus. Mit diesem Dual-SIM Handy meldet der Anbieter wieder den Anspruch an, zu den besten der Welt zu gehören. Werte wie enorme 6 GB Arbeitsspeicher, über 140.000 Punkte im Antutu-Benchmark Test und ein Preis ohne Vertrag, wie er für Smartphones der oberen Mittelklasse üblich ist – das Smartphone verspricht einiges. Im ausgiebigen OnePlus 3 Test bestätigte sich der erste Eindruck: Das neue Modell kombiniert diverse Hardware-Details der Spitzenklasse mit relativ niedrigen Anschaffungskosten. Es ist nicht durchgängig High-End, aber in Sachen Preis/Leistung top.

OnePlus 3: Test/Bericht

  • Android 6.0.1 (Upgrade auf 7.1.1)
  • 5,5 Zoll Display, 1920 x 1080 Pixel
  • LTE, HSPA+, GPRS
  • Quad-Core Snapdragon 820 Prozessor (2x 2,15 + 2x 1,6 GHz)

 

Display

Betriebssystem

Kamera

Internet

SIM-Slots

Leistung

Akku

Design

Fazit

Display

Wie schon zuletzt beim Mittelklassegeräte OnePlus X setzt OnePlus auf eine sehr lichtstarke Optic AMOLED-Technik. Mit 600 cd/m2 ist die Leuchtkraft sehr gut. Auch der Blickwinkel ist mit bis zu 178° nahezu maximal groß – mehr als 180° sind ja nicht möglich. Das ist aber im Topbereich auch üblich. Mit der aktuellen Generation von Corning Gorilla Glass 4 ist das Panel auch gut geschützt – eine zusätzliche Folie ist wie immer zu empfehlen.

Das Display mit 5,5 Zoll Bilddiagonale bietet Full-HD Auflösung (1920 x 1080 px). Damit liegt die Pixeldichte bei 401 ppi. Das genügt für alle Alltagsaufgaben, für hochauflösende Videos und intensives Gaming. Erst unter ca. 5 cm Betrachtungsabstand kann man überhaupt einzelne Bildpunkte erkennen – im normalen Alltag also wirkt alles komplett stufenfrei. Wichtig wird das nur, wenn man Virtual-Reality Anwendungen nutzen will. Dazu gleich noch eine kurze Anmerkung.

Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S7 Duos (Test) bringt mit Quad-HD-Auflösung satte 2560 x 1440 Pixel unter, und das auf weniger Bildfläche (5,1 Zoll Bilddiagonale). Legt man OnePlus und S7 Display direkt nebeneinander, merkt man den Unterschied durch dessen noch feinere Wiedergabe. Und gerade da OnePlus selbst mit einem Virtual-Reality Ereignis den Marktstart feierte, muss man sagen: Ausgerechnet die Betrachtung aus großer Nähe ist keine Stärke.
OnePlus 3 Display: Im Test
Full-HD mit hohem Kontrast (1500:1) und leuchtstarke 600 cd/m²: Das OnePlus zeigt auch schräg von der Seite ein sehr gutes, aber kein überragendes 5,5″ Display im Test.

Betriebssystem

OnePlus installiert wie üblich sein eigenes Betriebssystem Oxygen OS. Grundlage für die vorinstallierte Oxygen-Version 3.0 ist Android 6.0 – doch auch ein Oxygen auf Basis von Android 7 steht anscheinend schon bereit. Die Bedienung ist im Prinzip wie von anderen Android-Smartphones gewohnt. Allerdings hat man wesentlich mehr Einstellungen zur Verfügung und kann das gesamte System viel genauer an persönliche Vorlieben anpassen. Das muss man natürlich nicht.

  • Wer das OnePlus 3 einfach nur zum Telefonieren, Surfen, für Apps oder Games nutzen will, kann die diversen Möglichkeiten auch einfach ignorieren. Wichtig für Apps ist vor allem, dass der Google Play Store zur Verfügung steht.
  • Besonders gut gefallen hat uns die „App Permissions“ Funktion, mit der man sehr komfortabel die Berechtigungen der verschiedenen Apps konfigurieren kann – und einen guten Überblick hat, welche Anwendung auf welche Daten im Smartphone zugreifen dürfen.

Bilddiagonale5,5 ZollDisplay-ArtAmoled Full-HD Display
Bildauflösung1920 x 1080 PixelSchutzCorning Gorilla Glass 4
Pixeldichte401 ppiDisplay-Anteil
der Frontseite
74 %
Bewertung Display
83,8%

Leistung

Eine echte Revolution bietet das OnePlus 3 mit seinem Arbeitsspeicher. Mit 6 GB RAM übertrifft es alle anderen Handys, deren Daten wir zuvor im Test hatten. Bisher lag die Obergrenze bei 4 GB RAM – auch wenn technisch schon einige Zeit mehr möglich gewesen wäre. Diese 4 GB sollte es ursprünglich ebenfalls als Variante im „3“ geben, anscheinend hat man sich aber letztlich dagegen entschieden. Derzeit gibt es daher „nur“ die Version mit 6 GB. Passend zur top RAM-Ausstattung ist auch der Prozessor auf hohem Niveau: Der Snapdragon 820 Quad-Core taktet seine Kerne 2x mit 2,15 und 2x mit 1,6 GHz. Als grafischer Co-Prozessor ist – wie in dieser Liga üblich – ein Adreno 530 an Bord. Reihenweise Pluspunkte für das OnePlus Modell.
Der interne Speicher fällt allerdings mit 64 GB nicht besonders groß aus. Er entspricht weiter dem des OnePlus 2. Zum Vergleich: Das iPhone 7 ist mit bis zu 256 GB erhältlich. Und leider fehlt dem „3“ ein microSD-Slot. Wer also prinzipiell alle Fotos, Songs und Filme auf dem Handy speichert, stößt relativ schnell an seine Grenzen. Nicht zuletzt wegen entsprechender Beschwerden hat Samsung diesen Slot in seinem neuen Flaggschiff wieder eingeführt. Wenn man seine Dateien meist in der Cloud speichert oder Songs und Filme vor allem streamen möchte, spielt die Speicherbegrenzung kaum eine Rolle. Vor allem da die maximale mobile Datenübertragung hoch genug liegt, um auch HD-Filme schnell zu übertragen, einen passenden Vertrag oder Prepaid-Tarif vorausgesetzt.
OnePlus 3 Test: Benchmark Performance
Antutu Benchmark Test: OnePlus im Vergleich.

Etwas schade ist de fehlende erweiterbare Speicher, da es seit Android 6.0 nicht mehr unbedingt erforderlich ist, viel internen Speicher an Bord zu packen. Denn seit diesem Betriebssystem-Update können Handys auf den Speicher externer microSD-Karten ebenso zugreifen wie auf den eingebauten.

Perfomances Tests im Vergleich

Keine Rolle spielt ein (fehlender) externer Speicher im Performance-Test. Und der zeigte, wie viel das Gesamtpaket aus schnellem Prozessor und riesigem Arbeitsspeicher erreichen kann. In Sachen Geschwindigkeit liegt das neue 3 je nach Benchmark-Programm etwa auf einer Höhe mit Superphones wie Samsung Galaxy S7 Duos (Test). Teilweise sogar darüber. Gut, die Full-HD Auflösung ist auch weniger anspruchsvoll das Quad-HD im S7 – doch deren Vorteile sind bei den meisten Anwendungen auch nicht besonders auffällig.

Im schnellen Test mit diversen Apps kommt das OnePlus mit allen ausprobierten Szenarien bestens klar. Und selbst Games mit 3D-Berechnungen meistert das Modell gut. Im beliebten Antutu Benchmark liegt das OnePlus 3 mit ca. 142.000 Punkten deutlich vor den aktuellen Android-Topmodellen der großen Marken wie Galaxy S7 (ca. 127.000) und LG G5 Dual-SIM (Test) mit ca. 124.000 Punkten. Das HTC 10 kann mit etwa 132.000 Punkten noch am besten mithalten, doch von diesem Phone gibt es leider keine Dual-SIM Version.

HauptprozessorQuad-Core Snapdragon 820 Taktfrequenz2x 2,15 + 2x 1,6 GHz
Grafik-CoprozessorAdreno 530 Benchmark (Antutu)141292
Speicher6 GB RAM64 GB ROMKein Steckplatz für Speicherkarten
Bewertung Leistung
90,5%

Kamera

Bei Kamera auf der Rücksete kommt ein Sony Sensor zum Einsatz, der für gute Aufnahmen sorgt. Das Objektiv ragt ein wenig aus der Rückseite heraus, mit einem quadratischen Look. Das ist sicher einerseits der flachen Bauform geschuldet, wirklich elegant sieht es nicht aus. Vielleicht soll sie sogar die Hochwertigkeit der Sony Hardware betonen. Die etwas hevorstehende Linse störte im Test aber nicht.

Mit 16 Megapixeln der Hauptkamera und 8 Megapixeln für die andere Seite entsprechen die Werte dem, was man aktuell von Flaggschiffen erwarten darf. Praktisch ist der optische Stabilisator, den ein elektronischer zusätzlich unterstützt. Dafür enttäuscht die Blende. Mit f/2.0 fällt sie deutlich weniger lichtsensitiv aus als etwa bei den Flaggschiffen wie S7 oder auch LG G5 Dual-SIM (Test).

Im Labortest von Chip bestätigt sich die fragwürdige Lichtausbeute. In heller Umgebung ist eine gute Bildqualität mit minimalem Rotstich das Ergebnis. Doch bei geringer Umgebungshelligkeit sind Fotos leicht verschwommen und etwas rauschig. Hier spielen Smartphones mit Blenden wie f/1.8 oder f/1.7 ihre Überlegenheit im Vergleich zur OnePlus-3-Optik aus. Bei Dunkelheit kann der LED Blitz helfen, außerdem stehen HDR und z.B. ISO Einstellungen zur Verfügung, um das Ergebnis schöner auszugeben. Die Basis für solche Effekte ist aber ein gutes Grundbild, dadurch bleiben die Fotos auch nach diesen Tricks hinter der Spitzenklasse zurück.

HauptkameraFrontkamera
Kameraauflösung16,0 Megapixel8,0 Megapixel
Blendef/2 f/2
AusstattungLED-Blitz, HDR, optischer Stabilisator Elektronischer Stabilisator, Selfie-Automatik
Bewertung Kameras
80,1%

Mobiles Internet

  • Da OnePlus das neue 3 in mehreren Regional-Versionen herausgibt, sollte man auf die Ausführung „Europa/Asien“ achten. Denn nur bei dieser unterstützt es alle drei deutschen LTE Frequenzen: 800, 1800 und 2600 MHz.
  • Die Varianten „Nordamerika“ und „China“ hingegen sind nicht für die 800 MHz Frequenz geeignet, die vor allem im ländlichen Raum für schnelles 4G-Surfen im Mobilfunknetz genutzt wird.
DatenübertragungFrequenzenMax. Down-/Upload
LTE, HSPA+, GPRS 4G: 800 / 1800 / 2600 MHz300 Mbit/s
3G: 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz50 Mbit/s
2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
Bewertung Internet
94,8%

SIM-Slots

OnePlus 3: SIM-Karten Tray
Oben rechts befindet sich der Tray für die beiden Nano-SIM Karten.

Man bestückt das neue Flaggschiff Handy mit Nano-SIM-Karten. Legt man zwei davon ein, sind beide parallel auf Empfang. Gleichzeitig auf der einen Rufnummer telefonieren, während man auf der anderen Anrufe oder SMS entgegennimmt – das funktioniert leider nicht.

Diese Einschränkung teilt sich das OnePlus 3 aber mit allen anderen Dual-SIM Modellen, die wir in jüngerer Vergangenheit im Test hatten. Die Technik nennt sich „Dual-SIM Standby“: solange eine Karte in ihrem Netz aktiv ist, schaltet die andere quasi in den Ruhezustand.

Ähnlich wie wenn bei einem Single-SIM Handy kurzfristig kein Empfang verfügbar ist. Und genauso wie man dann eingehende Anrufe z.B. auf die Mailbox umleiten kann, ist das auch von einer Rufnummer zur anderen möglich.

Dafür können aber je nach Vertrag Kosten anfallen. Wer keinesfalls Telefonate verpassen möchte, während er auf der anderen Karte spricht, sollte das aber als Option erwägen.

Formate & Stecksplätzer
SIM 1Nano-SIM
SIM 2Nano-SIM
Bewertung SIM-Slots
100%

Design

Edel und hochwertig waren die OnePlus Modelle vom Start weg. Nicht dass sie unbedingt neue Maßstäbe gesetzt hätten, aber gerade für einen Chinahandy-Newcomer zu eher günstigen Preisen gab es in diesem Punkt eigentlich nie ernsthafte Kritik am Hersteller. Auch das OnePlus 3 ist bei der Materialwahl und Verarbeitung sehr gut gelungen – besonders innovativ ist das Design aber nicht.

  • Die Aluminium-Rückseite des Phones ist geschwungen und wird zu den Seiten hin dünner – zugleich wird sie am oberen und unteren Ende durch zwei dunkle Fugen gegliedert. Dadurch erinnert die Optik sehr stark an das HTC One M8.
  • Bei der Vorderseite sind keine besonderen Neuigkeiten auszumachen: Die Seiten des Frontrahmens sind leicht gewölbt, ohne dass aber dadurch seitliche Bildschirmbereiche entstehen würden, wie sie das Samsung Galaxy S7 edge bietet.
  • Unter dem Display befindet sich im Home-Button ein Fingerabdrucksensor aus Keramik. Er sieht nicht nur stilvoll aus, sondern punktet auch mit einer verblüffend schnellen Erkennungszeit. Im Test gemessen wurde sie nicht, der Hersteller beziffert sie aber auf 0,2 Sekunden.

 

OnePlus 3 von der Seite im Test
Mit 7,4 mm sehr flach und hochwertig verarbeitet: Das Design des OnePlus 3 überzeugt. Die Kamera ragt leider etwas aus der Rückseite heraus, was aber aktuell bei vielen Herstellern der Fall ist.
Maße15,26 x 7,46 x 0,73 cmGewicht (inkl. Akku)160 GrammIP

Akku

Beim Aufladen fällt zunächst einmal auf, dass OnePlus keinen gewöhnlichen Micro-USB Slot verbaut hat, sondern einen USB-C Anschluss. Damit kann man den Stecker endlich nicht mehr falsch herum ansetzen. Außerdem hat sich der Hersteller an anderen Topmodellen ein Beispiel genommen und eine Schnellladefunktion integriert.

Laut Hersteller sind nach 30 Minuten Ladezeit bereits 60% der Akkureserven wieder aufgefüllt. Wie üblich sind die ersten Prozente dabei schneller geladen, je voller die Li-Polymer Batterie, desto langsamer steiger sich der Ladestand. Sehr clever: Adapter und Kabel leiten sogar Hitze ab, sodass sich das Handy beim Ladevorgang nicht so leicht aufheizt.

Voll aufgeladen bietet der Akku 3.000 mAh und kann damit bei einer gängigen Nutzung über einen ganzen Tag kommen. Der Testbericht von Chip hat knapp 11 Stunden Ausdauer ermittelt, wenn es ums reine Telefonieren geht. Trotzdem ist er für die angegebenen Verwendungsarten etwas knapp bemessen.
Denn wer wirklich viel Virtual Reality Apps nutzen will oder häufig Videos streamt, verbraucht mit dem riesigen Display sehr viel Strom. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb der Hersteller auf eine noch höhere Auflösung verzichtet hat. Denn WQHD ist noch energieintensiver als Full-HD.

Ein Wechsel des Akkus ist übrigens nicht möglich, das verhindert das umgebende Unibody-Metallgehäuse.

Akkukapazität3000 mAh
Maximale Gesprächszeit900 Minuten
Maximale Standbyzeit24000 Minuten
SchnellladefunktionJa
Bewertung Akku
87,2%

Preise

Anders als in den Generationen zuvor verkauft OnePlus seine Phones nicht mehr nur selbst – und auch nicht mehr nur auf Einladung. In unserem Preisvergleich zeigen wir deshalb die Angebote diverser Online-Shops im Vergleich. So können Sie das OnePlus 3 möglichst günstig online kaufen.



Vorteile

  • Sehr hohe Leistung
  • Helles, sehr gut abstimmtes Display
  • Hohe Materialqualität





Nachteile

  • Kein microSD-Slot
  • Zu kleine Blende



Auf einen Blick
GesamtwertungDisplayKamerasInternetSIM-SlotsLeistungAkku
88,8%
83,8%
80,1%
94,8%
100%
90,5%
87,2%

Technik und Handydetails

EigenschaftWert
BetriebssystemAndroid 6.0.1 (Upgrade auf 7.1.1) (Oxygen OS 4.1)
Bildschirm
Display / Bilddiagonale 5,5 Amoled Full-HD Display
Bildauflösung1920 x 1080 Pixel, 401 ppi
Kameras
Hauptkamera16,0
Frontkamera8,0
Mobilfunk
SIM 1Nano-SIM
SIM 2Nano-SIM
ÜbertragungsstandardsLTE, HSPA+, GPRS
Unterstützte FrequenzenLTE / 4G: 800 / 1800 / 2600 MHz
UMTS / 3G: 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz
GSM / 2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
Leistung
Speicher6 GB RAM Arbeitsspeicher
64 GB interner Speicher
Kein Steckplatz für Speicherkarten
ProzessorQuad-Core Snapdragon 820 mit 2x 2,15 + 2x 1,6 GHz Taktfrequenz
Grafik-EinheitAdreno 530
Benchmark-Test141292 (Antutu)
Akku 3000 mAh
Gehäuse
Maße15,26 x 7,46 x 0,73 cm
Gewicht160 g
Weitere Ausstattung
Sensoren
  • Fingerabdruck
  • Hall
  • Beschleunigung
  • Drehung
  • Annäherung
  • Barometer
  • Kompass
Sonstiges
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac
  • Bluetooth 4.2
  • Farbvarianten: Grau („Graphite“), Soft-Gold