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Fairphone: 2. Generation

12.000 Bestellungen für das 2. Fairphone liegen bereits vor, 23.000 Modelle sind noch nicht vergeben: Wer sich eins der Dual-SIM Smartphones sichern möchte, kann also noch zugreifen. Ansehen kann man das Gerät allerdings nicht, vielmehr ist eine Vorbestellung nötig. Ist das Mittelklasse-Modell ein Tipp? Wir haben zwar keinen Fairphone Test durchführen können, aber uns das Angebot mal genauer angesehen.

2 im Vergleich

Fairphone Dual-SIM
Dual-SIM Handy Test Bewertung Bewertung
Platz 92
in beste Dual-SIM Handys
Platz
bei Preis/Leistung
Kundenmeinung
nicht vorhanden
  Vorteile

    • Sozialer Anspruch
    • Kleines Format

  Nachteile

    • Limitierte Stückzahl
    • Geschwindigkeit
    • Kein LTE

Eigenschaften
  • Android 4.2.2 Betriebssystem
  • 4,3″ Display, 960×540 px, 256 ppi
  • Mobilfunk: HSPA+, UMTS, GSM
  • Kameras: 8,0 + 1,3 Megapixel

Was ist das Fairphone?

Mit dem ersten Fairphone hat die Marke hmm, tja, eben „Fairphone“, einen riesigen Marketingerfolg gelandet und war lange Zeit im Gespräch. Interessant und erwähnenswert war bei diesem Dual-SIM Handy weniger der technische Anspruch, als vielmehr der Umgang mit Lieferanten und Ressourcen: Der Hersteller legt nach eigener Aussage vor allem Wert darauf, dass es rund um Materialien, Entwicklung, Design und Fertigung verantwortungsvoll und nachhaltig zugeht – die Bezeichnung Fairphone erinnert also nicht von ungefähr an Begriffe wie Fair Trade.

Wie funktioniert die Dual-SIM Steuerung?

Grundsätzlich so wie bei allen anderen Android-Smartphones für 2 SIM-Karten. Die beiden SIM-Karten sind parallel erreichbar, allerdings nur, bis man auf einer SIM-Karte ein Telefonat beginnt – dann ist die jeweils andere Karte solange nicht im Netz erreichbar, bis das Telefonat wieder beendet ist. Das sogenannte Dual-SIM Standby ist üblich und kein Nachteil des Fairphones.

Mobiles Internet – nur auf einer SIM richtig schnell

Nicht ganz optimal ist die Anbindung ans mobile Internet gelöst. Erst mal aber zum Positiven: Das Phone kann bis zu 42 Mbit/s empfangen und zählt damit zu den besten Modellen in unserem Dual-SIM Handy Test. Allerdings ist nur eine der beiden SIMs dazu in der Lage, denn der zweite SIM-Schacht ermöglicht nur sogenanntes 2G, also kein UMTS. Als Format sind normal große SIM-Karten erforderlich (also weder Micro noch Nano, die man allerdings mit einem passenden SIM-Karten Adapter einlegen könnte).

Blind vorbestellen – ist das clever oder blauäugig?

Die erste Generation Fairphones war auf 25.000 limitiert und schon komplett ausverkauft, noch bevor sie lieferbar war. Grund genug also für den Produzenten, eine zweite Generation auf den Markt zu bringen. 35.000 Stück sollen diesmal produziert werden, davon sind aktuell (Stand Ende Mai) knapp 12.000 bereits vorbestellt. Eine Bestellung vor Verkaufsstart kennt man eigentlich nur bei Spitzenmodellen der etablierten Marken wie iPhone 5s, Samsung Galaxy S5 und ähnlichen Geräten. Das Fairphone kann allerdings mit solchen Phones technisch nicht ansatzweise mithalten. Die Antwort fällt deshalb auch nicht eindeutig aus: Ob man vorbestellen sollte, hängt einfach davon ab, worauf man beim Handykauf Wert legt.

Wann lohnt sich die Vorbestellung?

Sie ist dann sinnvoll, wenn man sich vor allem wegen der ganz besonderen Merkmale des Fairphones für das Gerät begeistern kann: Eine so konsequente Umsetzung in Sachen Nachhaltigkeit hat sich außer dem „fairen Phone“ soweit wir wissen kein anderer Anbieter auf die Fahnen geschrieben. Wer das also unterstützen möchte, wird es vermutlich am ehesten durch den Kauf eines Fairphones umsetzen können. Denn die entsprechende Produktionsweise ist ja bereits jetzt bekanntgegeben. Man muss dann allerdings wohl auch bereit sein, über eventuelle Schwächen des Modells später hinwegzusehen – und sich speziell über die Entstehungsgeschichte des eigenen neuen Dual-SIM Smartphones freuen können.

Wann lohnt sich die Vorbestellung nicht?

Für Tech-Fans auf der Suche nach dem neuesten Highend Dual-SIM Handy ist das Fairphone kaum das Richtige: Weder die Technik noch die Optik stechen hervor, sondern pendeln je nach Detail zwischen unterer und oberer Mittelklasse. Auch der Preis spricht nicht für das Gerät: 310 € muss man bezahlen, um das Gerät zu erhalten, sobald der Versand im Juli beginnt. Das ist – wenn man das Handy einfach wegen seiner Funktion und Ausstattung kauft – ein schlechter Deal, denn ähnliche technische Eigenschaften kann man auch in Modellen finden, die es bereits für den halben Preis gibt. Für Raritäten-Fans und Querdenker, die einfach mal ein besonderes Handy haben möchten, ist eine 2. Modellgeneration wahrscheinlich schon zu unspektakulär – aus Sammlerzwecken wäre wohl die „Original-Edition“ noch attraktiver.

Ist der Preis gerechtfertigt?

Hier ist die Frage natürlich: gerechtfertigt in Bezug auf was? Für die technische Ausrüstung und die Materialqualität kann man auch deutlich weniger zahlen. Allerdings ist es glaubwürdig, dass der gesamte Herstellungsaufwand teurer ist als bei technisch vergleichbaren Modellen, wenn man besondere Anforderungen an Ressourcen und mehr hat: So bezieht Fairphone z.B. Rohstoffe gezielt aus konfliktfreien Minen, die allein schon durch diese Einschränkung vermutlich nicht unbedingt die günstigsten am Markt sind. (Übrigens entstand Fairphone letztlich durch ein Projekt, das auf Missstände bei der Förderung von Mineralien hinweisen wollte, die in elektronischen Geräten eingesetzt werden.) Auch die Mitarbeiter sollen sich bei Fairphone wohlfühlen, was wahrscheinlich einen höheren Lohn und somit auch wiederum höhere Herstellungskosten bedeutet. Entsprechend kann man die Liste fortsetzen.

Letztlich kann man den Preis auf zwei Weisen beurteilen: Ist er gerechtfertig, weil die Technik des Fairphone nicht günstiger zu haben ist? Nein, das würde auch etwa für den halben Preis möglich sein. Aber den Preis zahlt man letztlich nicht für die Technik, sondern auch für eine bestimmte Art von Entwicklung und Herstellung. Ob Fairphone das auch alles für sagen wir mal 250 € schaffen könnte? Das können wir nicht beurteilen – wenn es drei oder vier Anbieter mit einem ähnlichen Anspruch gäbe, würde man sehen, ob alle den gleichen Preis fordern würden oder ob dieselbe Leistung auch günstiger denkbar ist. Fairphone selbst hat seine Kalkulation mit den verschiedenen Kostenfaktoren offengelegt: Hier geht es zum PDF Download (wohl nur in Englisch verfügbar).

Jetzt sofort bestellen oder ist noch Zeit zu warten?

Schwer zu sagen: Innerhalb von 10 Tagen sind bereits 12.000 Exemplare verkauft worden. Rechnerisch würden also die übrigen 23.000 in den nächsten knapp 20 Tagen verkauft sein – aber vielleicht sind auch alle viel schneller vorbestellt. Wer sich für die Idee hinter dem Smartphone begeistern kann, sollte daher lieber zügig entscheiden. Es ist natürlich auch denkbar, dass es weitere Fairphone Generationen geben wird.

 Bewertung Fairphone 2 nach Eigenschaften

Display
47,2%
Kamera
38,0%
Internet
64,9%
SIM-Slots
100%
Leistung
15,7%
Akku
49,7%
Gesamtwertung
48,4%

Technik und Handydetails

EigenschaftWert
BetriebssystemAndroid 4.2.2 ()
Bildschirm
Display / Bilddiagonale 4,3 IPS
Bildauflösung960 x 540 Pixel, 256 ppi
Kameras
Hauptkamera8,0
Frontkamera1,3
Mobilfunk
SIM 1Mini-SIM
SIM 2Mini-SIM
ÜbertragungsstandardsHSPA+, UMTS, GSM
Unterstützte FrequenzenLTE / 4G:
UMTS / 3G: 900 / 2100 MHz
GSM / 2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
Leistung
Speicher1 GB RAM Arbeitsspeicher
16 GB interner Speicher
bis zu 64 GB per microSD-Karte
ProzessorQuad-Core MediaTek MT6589 mit 1,2 GHz Taktfrequenz
Grafik-Einheit
Benchmark-Test (Antutu)
Akku 2000 mAh
Gehäuse
Maße12,6 x 6,35 x 1,0 cm
Gewicht163 g
Weitere Ausstattung
Sensoren
  • Helligkeit
  • Beschleunigung
  • Neigung
  • Näherung
  • Kompass (digital)

 

Sonstiges

Verbindungen

  • Dual-SIM Stand-by
  • Verbindungen
  • MicroUSB 2.0 Type B
  • aGPS
  • WLAN 802.11b/g/n
  • Bluetoorh 2.1 + EDR / v3.0 + HS / v4.0 LE