Dual-SIM Handy Test » Handy Technik » eSIM: Infos zu Funktion & eSIM-Handys

eSIM: Infos zu Funktion & eSIM-Handys

Die ersten eSIM Smartphones sind in Planung – und stehen schon kurz vor dem Verkaufsstart. Das gute daran: Der fest verbaute eSIM („embedded SIM“) macht nicht nur die handelsübliche SIM-Karte überflüssig. Man kann auf einem solchen SIM-Chip mehrere sogenannte eSIM-Profile hinterlegen. Das bedeutet zwei oder mehr Rufnummern mit demselben Handy nutzen. Somit sind Handys nach eSIM-Standard auch die nächste Generation der Dual-SIM Handys (Test).

Was ist eine eSIM?

Die „eSIM“ bezieht sich auf einen neuen SIM-Standard. Anders als die bisher zum Einlegen bestimmten SIM Karten handelt es sich um „embedded„, d.h. „eingebettete“ SIM–Karten. Das bedeutet: Man kann sie nicht mehr heraus- und hereinstecken. Im Endgerät ist der SIM-Chip fest verbaut.

Vorteil: Durch die immer wieder neu beschreibbare eSIM ist kein SIM-Kartentausch mehr erforderlich. Stattdessen kann man von jetzt auf gleich den Betreiber wechseln, was bislang deutlich umständlicher ist.

Wie funktioniert eine eSIM?

Um einen Tarif auf der eSIM zu speichern und zu nutzen, ist eine Aktivierung per QR-Code vorgesehen. Dafür muss man folgendes tun:

  1. Handy per WLAN mit dem Internet verbinden
  2. QR-Reader installieren
  3. Mit der Handy-Kamera den QR-Code des Tarifs scannen, den Ihr Provider individuell für Sie bereitstellt
  4. Das Handy lädt automatisch alle Konditionen aus dem Web herunter, die für Ihren Tarif gelten.
  5. Fertig.

Nach diesen Schritten befinden sich die gleichen Informationen auf der eSIM wie bislang auf einer handelsüblichen SIM-Karte. So weisen Sie sich mit dem Handy gegenüber dem Mobilfunknetz als Nutzer aus und können über die Rufnummer Ihres Tarifs mobil surfen, telefonieren und simsen.

Wiederbeschreibbare SIM

Die eSIM kann man ähnlich einer Speicherkarte beschreiben – nur dass man dabei nicht Fotodaten usw. auf ihr hinterlegt, sondern die Daten eines Handyvertrags (Vergleich) bzw. Prepaid-Tarifs (Vergleich). Somit kann ein Nutzer ohne besonderes technisches Wissen:

  • einen neuen Handytarif auf seiner eSIM aktivieren
  • seinen bestehenden Handyvertrag auf sein neues eSIM Smartphone übertragen

 

Einheitlicher Standard

Grundsätzlich soll die eSIM immer gleich gebaut sein. Auch die enthaltenen Informationen sind laut Standard definiert:

  • ICC-id
  • PIN/PUK
  • IMSI
  • K/Ki
  • Netzwerke.

Die Rahmenbedingungen hat die GSM-Association bereits offiziell verabschiedet. Diese Association ist ein Industrieverband. Er vertritt Mobilfunknetzbetreiber aus aller Welt und definiert die Mobilfunk-Standards.

Smartphones mit eSIM Karte
Eine eSIM ist fest als Chip im Handy verbaut. Sie ist keine separate Karte mehr, die man einlegen und herausnehmen kann.

Ab wann kann ich SIM Smartphones kaufen?

Im Laufe dieses Jahres könnte es soweit sein. Welches das 1. Handy mit eSIM sein wird? Das ist aktuell noch nicht klar. Aber Huawei liegt recht weit vorne und hat bereits vor Längerem ein Modell für 2017 angekündigt.

Was die beiden größten Handy-Hersteller angehet, darf man gespannt sein: Wird das Galaxy S9 Release schon ein Phone mit fester SIM zeigen? Dauert es bis zum iPhone X Nachfolger? Vielleicht wird es auch ein späteres Modell sein. Oder es wird eine Sonderreihe speziell für die neuen SIM-Chips geben.

So kam es zum eSIM-Standard

Apple und Samsung haben ihre Zustimmung zur eSIM gegeben. Doch nachdem zunächst schon 2016 mit ersten Modellen gerechnet wurde, ist der Verkaufsstart weiter offen. Denkbar, dass schon in einigen Monaten die ersten Handys ohne klassische SIM-Karten auskommen.

Einen ersten Schritt hatte Apple bereits in die Tat umgesetzt: Mit einem iPad und sogenannter Apple-SIM. Diese war zwar auch fest im Gerät verbaut und programmierbar, aber nicht mit anderen Smartphone-Herstellern abgestimmt. Daher fehlte die Unterstützung, um einen neuen Standard zu schaffen. Mit der eSIM ist es nun soweit.

Lange ging man davon aus, dass die embedded SIM erstmals bei einem iPhone oder Samsung Flaggschiff auf den Markt käme. Stattdessen hat nun Huawei das erste Modell für Ende 2017 angekündigt.

Zwischenstufe Hybrid-SIM

Laut Telekom Deutschland soll vor der eigentlichen eSIM zunächst noch eine sogenannte Hybrid-SIM kommen. Diese lasse sich zwar programmieren, und das über das Mobilfunknetz bzw. in der Fachsprache „OTA“ = „over the air“. Die physische SIM-Karte könnte man aber bei der Hybrid-Version noch herausnehmen und gegen eine andere wechseln.

Vorgänger: Apple SIM

Apple hat bereits etwas ähnliches, die Apple SIM. Sie wird aktuell vor allen iPads in den USA verwendet. Auch in Großbritannien kommt sie zum Einsatz, dort unterstützt der Netzbetreiber EE diesen eSIM-Vorläufer.