Dual-SIM Handy Test » Tipps » Dual-SIM Handy in Ausland und Urlaub

Dual-SIM Handy in Ausland und Urlaub

Roaming 2014 mit Dual-SIM HandyEin Dual-SIM Handy bietet einen großen Vorteil: Man kann im Ausland neben der gewohnten SIM-Karte zusätzlich auch eine SIM-Karte des jeweiligen Landes einlegen.

Das kann oft hohe Kosten sparen, weil sich das sogenannte Roaming vermeiden lässt – während besonders das Daten-Roaming sonst kostspielig werden kann.

Was muss man über Roaming wissen?

Von Roaming spricht man übrigens immer dann, wenn man ein Mobilfunknetz mit einer SIM-Karte nutzt, die nicht aus demselben Land stammt. Das besondere daran: Oft verlangen die Kartenanbieter für dieselben Mobilfunk-Dienstleistungen, die innerhalb Deutschlands nur wenige Cent kosten oder in individuellen Flats schon inklusive sind, erhebliche Aufschläge.

So kann ein dreiminütiges Telefonat aus dem Ausland nach Deutschland über eine deutsche SIM-Karte im Dual-SIM Handy (natürlich auch jedem anderen Handy) schon mal 10 € kosten, je nach Land, dortigem Mobilfunknetz und dem eigenen Kartenaussteller.

Kosten für Daten-Roaming können explodieren

Besonders heikel: Viele sind es inzwischen durch die Einführung von Flats gewohnt, dass Telefonate oder mobiles Internet in Deutschland gar nichts mehr kosten, jedenfalls nicht über den einmaligen Pauschalpreis pro Monat hinaus.

Im Ausland gelten diese Flats aber in der Regel nicht, d.h. wer hierzulande unbesorgt mit einer Internet Flatrate das Dual-SIM Handy ein Megabyte nach dem anderen übertragen lässt, erhält für dasselbe Surfverhalten im Ausland eine heftige Rechnung. In der Presse waren schon öfter Fälle, bei denen deutlich mehr als 10.000 € zusammenkamen, da ist die Urlaubsstimmung im Nachhinein natürlich ins Gegenteil umgeschlagen. Aber selbst wer „nur“ 100 € mehr auf seiner Handyrechnung hat, wird sich ordentlich ärgern. Allein für solche Kosten würden Sie übrigens ein leistungsfähiges Dual-SIM Smartphone kaufen können – z.B. einen der Spitzenreiter in unserem Dual-SIM Handy Test.

Mit dem Dual-SIM Handy Daten-Roaming-Kosten umgehen

Wer sich hingegen im Urlaubsland eine günstige SIM-Karte – z.B. eine Prepaid-Karte mit Internet Flat – kauft und in sein Dual-SIM Handy einlegt, kann in diesem Reiseland dann das Risiko „Daten-Roaming“ ausschalten und zu günstigen (Inlands-)Preisen des Urlaubslandes mobil online gehen.

Parallel dazu sollte man übrigens die deutsche SIM-Karte für Datenverkehr ausschalten, das geht je nach Dual-SIM Handy anders. Manche Dual-SIM Modelle bieten überhaupt nur in einem SIM-Slot Datenverbindungen an, in diesem Fall legt man seine deutsche SIM einfach in den anderen Steckplatz ein. Oder man wählt im SIM-Karten Menü aus, dass nur die SIM des Reiselandes für mobiles Internet (Datenübertragung) verwendet werden darf.

Auf diese Weise ist die eigene SIM-Karte des Heimatlandes weiterhin eingelegt und jederzeit griffbereit, z.B. falls man von zu Hause aus eine SMS oder einen Anruf erwartet – dank Dual-SIM Handy muss man also nicht die ausländische Rufnummer allen Freunden mitteilen, zumal man die SIM-Karte des Urlaubslandes nach den Ferien voraussichtlich ohnehin nicht weiter verwenden will. Aber Achtung: Auch für das Annehmen von Telefonaten im Ausland können relativ hohe Kosten entstehen. Darüber sollte man sich am besten bei seinem Mobilfunkanbieter in den Tarifkonditionen informieren. Immerhin: Innerhalb der EU und bestimmten anderen europäischen Ländern (z.B. Schweiz) wurden die Roaming-Kosten in den letzten Jahren zwar immer wieder gesenkt, allerdings kann hier immer noch die eine oder andere Überraschung drohen.

Weitere Dual-SIM Handy Tipps im Urlaub: Schutz vor Hitze, Kälte, Nässe und Sand

  • Handy Urlaub-Tipps
    Mit dem Handy im Urlaub: Tipps wie es entspannt zugeht! (c) fotolia #50453969|Sashkin

    Vor Hitze schützen: Bei direkter Sonneneinstrahlung werden Handys – auch Dual-SIM Handys – oft bis zu 70°C aufgeheizt und können dabei beschädigt werden, z.B. können empfindliche Flüssigkristalle des Screens beeinträchtigt, in Extremfällen kann sogar das Kunststoffgehäuse schmelzen oder der Akku komplett ausfallen. Keinesfalls sollte man sein Dual-SIM Handy daher in die pralle Sonne legen, unter der Winschutzscheibe des Autos verschlimmert sich die Situation sogar noch, auch bei getönten Autoscheiben mit Wärmedämmung.

  • Umgekehrt gilt im Winterurlaub: hier darf das Handy nicht zu kalt werden. Einfacher Tipp: immer das Telefon möglichst direkt am Körper tragen und dadurch wärmen. Außerdem sind schnelle Temperaturwechsel schlecht: Wenn das Smartphone also mal im Schnee steckte und eingefronen ist, bloß nicht in der „Hütt’n“ ans Kaminfeuer legen oder Ähnliches – sondern schön langsam wieder auftrauen lassen. Falls dabei Tauwasser entsteht, gilt dasselbe wie im folgenden Punkt zum Thema Nässe beschrieben.
  • Wer am Strand oder am Pool unterwegs ist, sollte sein Handy zudem vor Nässe gut schützen. Falls es doch mal nass wird, droht beim Einschalten ein Kurzschluss. Abhilfe schafft man laut Bitkom am besten damit, dass man das Handy „unbedingt von außen mit einem Lappen und vorsichtig mit einem nicht zu heißen Föhn“ trocknet. „SIM-Karte sowie – sofern möglich – Speicherkarten und Akku sollte man entnehmen und im Bedarfsfall ebenfalls trocknen. Lässt sich die Geräteschale öffnen, können Nutzer so am einfachsten feststellen, ob Flüssigkeit in das Gerät eingedrungen ist. Erst anschließend sollte es wieder angeschaltet werden. Ist das Gerät vollständig ins Wasser gefallen, sollten SIM-Karte, Speicherkarten und Akku sofort entnommen werden. Dann bitte das Gerät trocknen und sich umgehend an einen Fachmann wenden! Oft kann man zumindest die Karte erhalten, manchmal lässt sich das komplette Gerät retten.“
  • Ebenfalls eine Gefahr für das eigene Dual-SIM Handy oder Smartphone sind die kleinsten Begleiter im Strandurlaub: Sandkörner. Sie können sich in alle Ritzen setzen und z.B. USB-Anschlüsse, microSD-Karten-Slots usw. verstopfen. Wer ein klassisches Handy mit Tasten verwendet, bei dem können sich die Körnchen auch unter die Tasten setzen und diese dadurch blockieren. Falls einer dieser Fälle eintritt, empfiehlt der Branchenverband Bitkom, die Sandkörner „vorsichtig mit einem Pinsel oder einem leicht feuchten Tuch bzw. Schwamm“ zu entfernen – „auch ein behutsam eingesetzter Zahnstocher oder ein Staubsauger eignen sich dafür.“
  • Tipps: als wirksamen Schutz gegen Sand und Nässe kann man spezielle Dual-SIM Handy Schutzhüllen einsetzen.

Günstigen Prepaid-Tarif im Ausland kaufen

Viele nutzen ein Dual-SIM Handy, weil sie neben einer deutschen Rufnummer auch noch eine ausländische SIM-Karte verwenden. Vor allem Pendler und Vielreisende, aber auch wer Familie in zwei verschiedenen Ländern hat, profitieren dann von zwei Heimatnetzen: Denn fürs Telefonieren, Simsen und Surfen im Netz des jeweiligen Anbieters fallen mit dessen SIM-Karte keine Roaming-Kosten an. So kann man mit einem Dual-SIM Handy in bis zu zwei Ländern Roaming-Kosten vermeiden.

Um nicht langfristige Kosten zu verursachen, sollte man im Ausland am besten eine günstige Prepaid-Karte kaufen – natürlich hängt die Entscheidung für den besten Tarif aber von den jeweiligen Angeboten vor Ort ab.

Roaming ist grundsätzlich noch immer teuer – wird aber erneut günstiger

Anders ist es, wenn man eine deutsche SIM-Karte im Ausland oder eine ausländische SIM in Deutschland einsetzt: Hier erheben die Mobilfunkanbieter teils sehr deutliche Aufschläge für Telefonate, SMS und vor allem für mobiles Internet. Diese Aufschläge sinken durch regulatorische Eingriffe der EU allerdings schon seit Jahren. Und jetzt gibt es erneute gute Nachrichten: Wie der Branchenverband Bitkom mitteilt, wird das Roaming in der EU ab Mitte 2014 nochmals günstiger – leider bleibt der Aufschlag zu inländischer Handykommunikation aber noch immer deutlich.

Hier einige der wichtigsten Preisobergrenzen ab 01.07.2014

  • Abgehende („ausgehende“) Telefonate: die Preisobergrenze sinkt im Juli 2014 auf 0,19 € pro Minute (vorher maximal 0,24 €)
  • Ankommende („eingehende“) Anrufe: die Preisobergrenze sinkt auf 0,05 € pro Minute (vorher maximal 0,07 € pro Minute)
  • SMS aus dem EU-Ausland: die Preisobergrenze sinkt auf 0,06 € pro SMS (vorher maximal 0,08 € pro SMS)
  • Mobiles Internet: die Preisobergrenze sinkt auf 0,20 € pro MB (vorher maximal 0,45 € pro MB)

Wichtig: Keine Garantie – Preise selber beim eigenen Anbieter prüfen!

Wir haben diese Preisobergrenzen der EU übernommen und bilden sie hier zu Ihrer Oriertierung ab. Wir können nicht garantieren, dass diese Preise ab 01.07.2014 von Ihrem Mobilfunkanbieter eingehalten werden. Möglicherweise bietet Ihr Mobilfunkanbieter verschiedene Roaming-Preise an. Fragen Sie daher vor der Nutzung einer nicht-inländischen SIM-Karte in einem EU-Land unbedingt bei Ihrem Anbieter zur Sicherheit nach.