Nokia Lumia 630 Dual SIM

Mit dem Nokia Lumia 630 Dual SIM bringt die Microsoft-Handysparte ein Einsteigermodell als erstes Dual-SIM Windows Phone auf den Markt. Wie inzwischen gewohnt, bietet die Marke auch hierfügr mehreren bunte Kunststoff-Gehäuse. Seit Mai 2014 ist das Gerät in Deutschland verfügbar – zusammen mit einem Mono-SIM Schwestermodell, das ebenfalls Lumia 630 heißt und nur auf den Schlusszusatz verzichtet. Bis auf die Anzahl der SIM-Steckplätze unterscheiden sich die beiden Varianten aber nicht.

  • Windows Phone 8.1
  • 4,5” Touchscreen, 854 x 480 Pixel
  • WLAN, UMTS, HSPA
  • 1,2 GHz Quad-Core Prozessor
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Betriebssystem Premiere: Dual-SIM mit Windows Phone 8.1

Weil die Unterstützung von 2 SIM-Karten in Windows Phone erst ab Version 8.1 möglich ist, ist zugleich klar, dass das kompakte Phone mit der neuesten Betriebssystem Version kommt. Außer den beiden herausragenden Eigenschaften (Dual-SIM und Windows Phone 8.1) ist das Lumia 630 Dual SIM jedoch ein eher einfach ausgestattetes, dafür ziemlich günstiges Smartphone. So wenig hat wohl noch nie ein neues Windows Phone gekostet. Wie gut es genau ist, konnten wir uns im Test ansehen.

Screenshots aus dem Test

Nokia-630-Test-Screenshot

Tolle SIM-Verwaltung beim Nokia Lumia 630: Gut verständliche Kacheln für „Telefon“ und „SMS“, jeweils für SIM1 als auch für SIM2. Inklusive wählbarem SIM-Namen.

Nokia 630 Dual-SIM Karten-Einstellungen

Für jede SIM-Karte kann man im Lumia 630 Dual-SIM separate Einstellungen festlegen. Will man auf einer Nummer nicht gestört werden, stellt man sie auf „Aus“.

Nokia Lumia 630 im Test: Mobiles Internet

Mobiles Internet ist im Nokia Lumia 630 Dual-SIM Test immer nur für eine der beiden SIM-Karten möglich. Mit HSPA (3G) ist die Geschwindigkeit noch gut.

Display

Mit einem 4,5″ Display liegt das Lumia 630 Dual SIM unterhalb der aktuell extrem trendigen Riesendisplays der Größenordnung von 5 Zoll. Das ist sicher kein Nachteil, sofern man auf die Displaygröße an sich selber nicht festgelegt ist – immerhin bedeutet das tendenziell auch kleinere Außenmaße. Etwas kritikwürdig ist dagegen die Auflösung, denn beim Betrachten sind durchaus Pixestufen auf dem Display erkennbar. Das liegt einfach daran, dass auf der Bildschirmfäche „nur“ 854×480 Pixel untergebracht sind.

Das bedeutet eine Pixeldichte einfach 221dpi. Erst ab über 300 dpi wird die Auflösung so fein, dass man keine einzelnen Bildpunkte mehr wahrnimmt. Zum Vergleich: ähnlich dimensionierte Top-Handys haben oft Full-HD (1920×1080 Pixel) oder noch mehr.

Allerdings sind Dual-SIM Modelle mit Full-HD auch deutlich teurer und gute Modelle beginnen etwa bei 250-300 €, liegen also fast beim Doppelten dieses Lumia. Schön dagegen: Als Kratzschutz kommt schon das relativ neue Corning Gorilla Glass 3 zum Einsatz.

Dual-SIM Steuerung

Da es sich um das erste Windows Phone Dual-SIM Handy handelt, ist eine etwas ausführlichere Beschreibung der 2-SIM-Karten Verwaltung für viele vielleicht interessant. Immerhin ist sie zwar insgesamt ähnlich, aber doch im Detail anders gelöst als bei Android.

Telefonieren und SMS verschicken

Schon vor der finalen Windows Phone 8.1 Software ließ sich in der Vorabversionen erkennen, dass der Zugriff auf die 2 SIM-Karten gut gelöst sein würde: Dual-SIM Funktionen lagen – sehr übersichtlich! – je zwei der schon bislang in Windows Phone üblichen Kacheln für Telefon und SMS vor. Und auch in der jetzt veröffentlichten Fassung ist das so geblieben:

Nokia Lumia 630: 2 SIM Icons

Nokia Lumia 630: 2 SIM Icons

Man kann für jede SIM (also jede Rufnummer) eine eigene Telefon-Kachel und eine eigene SMS-Kachel anlegen. Das macht sowohl ankommende als auch ausgehende Anrufe und SMS sehr übersichtlich, wenn beide SIM-Karten zum Telefonieren und SMSen genutzt werden. Falls man immer nur über dieselbe Rufnummer anrufen oder Nachrichten senden will, kann man die jeweils zweite SMS- und Telefon-Kachel aber auch abschalten.

2 Telefon-Kacheln, 2 SMS-Kacheln: So funktioniert’s

Beispiel: Erhält man auf der zweiten SIM-Karte eine SMS, wird dies in der entsprechenden SIM2-SMS-Kachel angezeigt – so weiß man nicht nur, dass eine Nachricht eingetroffen ist, sondern auch direkt, auf welcher Rufnummer. Umgekehrt funktioniert es genauso: Möchte man z.B. von einer bestimmten Rufnummer aus telefonieren, braucht man nur die Telefon-Kachel der entsprechenden SIM anzutippen, schon kann man die Nummer eintippen – und bei Klick auf Anrufen nutzt das Lumia 630 die gewünschte SIM-Karte.

Mobiles Internet: Beide SIM-Karten gleichberechtigt

Bei vielen Dual-SIM Smartphones ist schneller mobiles Internet nur mit einer der beiden Karten möglich. Meist ist für die zweite SIM-Karte nur langsames 2G-Surfen möglich, während die Haupt-SIM bei den meisten guten Dual-SIM Modellen mit HSPA oder gar LTE surfen können. Hier reiht sich das Lumia 630 Dual-SIM in die Minderheit derjenigen guten Modelle ein, die beiden SIM-Karten die gleiche maximale Surf-Geschwindigkeit erlauben. Allerdings muss man über das Menü einstellen, welche der beiden online gehen darf.

Kontakte einer bestimmten SIM-Karte zuweisen

Getrennte Kontaktlisten sind (trotz getrennter Kacheln) für SIM1 und SIM2 nicht vorhanden, alle Kontakte stehen in einer gemeinsamen Liste. Allerdings kann man jeden Eintrag einer bestimmten SIM zuordnen. Wenn man dann diesen Kontakt anrufen will, verwendet das Lumia 630 dafür automatisch die im Kontakt zugeordnete SIM-Karte.

Karten einlegen

Nokia Lumia 630 Dual SIM

Nokia Lumia 630 Dual SIM

Zum Einlegen ist es nötig, die bunte Polykarbonathülle abzunehmen. Danach sind beide SIM-Slots (jeweils im Format Micro-SIM) einfach und getrennt voneinander zugänglich. Auch die Kennzeichnung ist lobenswert, denn hier ist schön kontrastreich in Weiß auf Schwarz dargestellt, wo „SIM 1“ und wo „SIM 2“ einzulegen ist. Apropos bunte Hülle: Nokia bietet das 630 Dual SIM in den Farben Gelb, Grün, Weiß, Orange und Schwarz an.

Wie bei allen Dual-SIM Handys bei uns im Test ist auch im Lumia 630 Dual-SIM die zweite SIM-Karte optional: Man kann das Smartphone also auch mit nur einer SIM verwenden. Der Funktionsumfang und die Abmessungen sind dann so wie beim (Mono-SIM) Lumia 630.

Parallel erreichbar: ja. Gleichzeitig telefonieren: nein.

Auch bei diesem Smartphone handelt es sich um ein sogenanntes Dual-SIM Standby Modell. Das bedeutet, dass nur eine Sende- und Empfangseinheit zur Verfügung steht. Man kann also nicht auf beiden Rufnummern parallel telefonieren, jedoch ist man – sofern man gerade nicht telefoniert – auf beiden Rufnummern erreichbar und kann von beiden aus anrufen.

Sobald man dann mit einer Rufnummer ein Gespräch führt (egal ob man angerufen wird oder selber anruft), ist die andere SIM-Karte so lange nicht erreichbar, bis man das Telefonat wieder beendet ist. Die andere SIM-Karte kann in dieser Zeit nämlich keine Verbindung mit dem Netz aufbauen. Man kann das damit vergleichen, wenn man auf einem Mono-SIM Handy den Flugmodus einschaltet.

Mobiles Internet: Surfgeschwindigkeit

Auch hier gilt: das Lumia bietet solide Leistung, aber keine Highlights. Mit maximal 21,1 Mbit/s im Download ist natürlich schnelles Surfen möglich, das für normale Anforderungen reicht. Damit liegt das Modell sogar nahezu exakt gleichauf mit unserem aktuellen Spitzenreiter Wiko Highway (Test), das allerdings gerade in punkto Surfgeschwindigkeit eine Schwäche zeigt.

Andererseits gibt es auch schon einige Dual-SIM Smartphones, die doppelt so schnell unterwegs sind und auch erste LTE Dual-SIM Handys wie das Wiko Wax (Test) sind inzwischen erhältlich bzw. angekündigt. Zumal für den Preis des Lumia geht der Surfspeed aber voll in Ordnung. Übrigens: mit der Action Center App hat man einen schnellen Überblick, was in den verschiedenen social networks läuft, die man dafür eingerichtet hat.

Kamera

Die Kamera bietet 5 Megapixel Fotoauflösung und dreht Videos in normalem HD (1280 x 720 Pixel). Beides sind Werte, die im normalen Anwendungsbereich in Ordnung gehen. Vor allem für Schnappschüsse und Clips, die man online posten möchte, reicht das locker aus. Andere aktuelle Modelle in unserem Dual-SIM Handy Test bieten jedoch deutlich mehr, zwischen 8 und 16 Megapixeln sind bei den besten Modellen üblich.

Die üblichen Funktionen wie Autofokus, Digitalzoom (bis zu 4fach) sind ebenso wie eine Panorama-Aufnahme verfügbar. Etwas Besonderes ist das Cinemagramm, bei der man Fotos und Animation mischen kann. Leider verzichtet Nokia bei diesem Modell aber auf die bei hochpreisigeren Modellen verwendeten Carl Zeiss Linsen. Einige aktuell populäre Fun-Funktionen wie das nachträgliche Animieren von Bildern und Panorama-Aufnahme sind wiederum mit an Bord.

Schneller schreiben ohne tippen

Für schnellere Texteingabe – egal ob SMS, E-Mail etc. – kommt Windows Phone 8.1 mt „Word Flow“. Das bedeutet, dass man auf der Tastatur nur noch von Buchstabe zu Buchstabe wischen muss, aber nicht mehr den Finger zum Tippen vom Display hochheben muss. Nach Studien zu einem ungefähr ähnlichen System auf Android Smartohones beschleunigt das die Eingabe ganz erheblich.

Leistung

Untere Mittelklasse lautet das Motto, wenn es um das Rechenhirn und den Speicher im Handy geht. Der Prozessor hat 4 Kerne, taktet diese aber mit relativ niedrigen 1,2 Gigahertz. Obwohl noch ein eigener Grafik-Chip zur Verfügung steht (Adreno 305 GPU) war bei unserem Gerät manchmal ein leichtes Ruckeln auf dem Display zu sehen. Bei Games vielleicht nachvollziehbar, doch das Verhalten zeigte sich sogar beim Homescreen: Wenn man die Kacheln dort transparent über ein selbstgewähltes Hintegrundbild legt und dann die Kacheln scrollt, verläuft das nicht komplett flüssig.

Ein Grund für die mittelmäßige Leistung: Der Arbeitsspeicher ist mit 512 MB knapp kalkuliert. Und auch beim internen Speicherplatz sieht es nicht anders aus: Um eigene Dateien abzulegen, stehen 8 GB im Lumia selbst zur Verfügung. Immerhin unterstützt der microSD Slot des Geräts laut Nokia microSD-Speicherkarten mit bis zu 128 GB. Das war zum Zeitpunkt des Tests Höchstwert unter den von uns bisher geprüften Dual-SIM Smartphones.

Akku

Fragt sich nur noch, wie lange die verfügbare Leistung zur Verfügung steht. Die Akkukapazität von 1830 mAh lässt in dieser Hinsicht durchaus auf gute Ausdauer hoffen – wir haben das Handy aber nicht so lange testen können, um die Akkuleistung zu bewerten. Als Maximalwerte nennt der Hersteller immerhin Zeiten, die zumindest erfreulich klingen. Denn bis zu 27 Tage Standby bei 2 eingelegten SIM-Karten sollten in den allermeisten Fällen Zeit genug lassen, um eine Steckdose zum Aufladen zu finden. Als reine Sprechzeit, allerdings im wenig leistungsstarken GSM-Netz, nennt Nokia 16 Stunden.
Einen besonderen Vorteil in Sachen Laufzeit bietet das Plastikgehäuse: Wer von vornherein weiß, dass er mit einer Akkuladung nicht bis zur nächsten Steckdose kommt, kann einen Wechselakku einpacken (und vorher separat kaufen). Denn die gesamte Rückseite kann man abziehen und dann den Akku tauschen. Auch gut, falls nach langer Nutzungsdauer mal dessen Kapazität nachlässt. So braucht man nicht gleich ein komplett neues Lumia 630 zu kaufen.

Technik und Handydetails

EigenschaftWert
BetriebssystemAndroid 5.0 (EMUI 3.1)
Bildschirm
Display / Bilddiagonale 5,2 Zoll IPS-NEO (Gorilla Glass 3)
Bildauflösung1920 x 1080 Pixel, 424 ppi
Kameras
Hauptkamera20 Megapixel
Frontkamera8 Megapixel
Mobilfunk
SIM 1Nano-SIM
SIM 2Nano-SIM (Hybrid-Slot, auch für microSD nutzbar)
ÜbertragungsstandardsLTE Cat 4, UMTS, GSM
Unterstützte FrequenzenLTE / 4G: 800 / 900 / 1800 / 2100 / 2600 MHz
UMTS / 3G: 900 / 1900 / 2100 MHz
GSM / 2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
Leistung
Speicher3 GB RAM Arbeitsspeicher
16 GB (verfügbar: ca. 9 GB) interner Speicher
bis zu 128 GB externer Speicher (via microSD-Karte)
ProzessorHisilicon Kirin 935 Octa-Core mit 2,2 / 1,5 GHz Taktfrequenz
Grafik-Einheit
Benchmark-Test (Antutu)
Akku 3100 mAh
Gehäuse
Maße14,32 x 7,19 x 0,85 cm
Gewicht157 g
Weitere Ausstattung
Sensoren
  • Beschleunigung
  • Näherung
  • Umgebungslicht
  • Gyroskop
  • Hall
  • Kompass
  • Fingerabdruck
Sonstiges
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac
  • GPA / aGPS
  • Bluetooth: 4.1 LE, A2DP
  • 3,5 mm Audioanschluss
  • Micro-USB