LG G4 Dual-SIM

Mit dem LG G4 Dual-LTE bietet die koreanische Marke zunächst nur in Süd- und Ostasien auch eine Dual-SIM Version ihres aktuellen Flaggschiffs an. Aber per Import ist das enorm gut ausgestattete Modell auch in Deutschland erhältlich. Grund genug, dass wir es im ausführlichen G4 Dual-SIM Test unter die Lupe nehmen. Kurzes Fazit vorab: Schon nach dem ersten Tag hat uns das Topmodell in fast allen Punkten überzeugt – aber bei mobilem Internet haben wir Schwächen entdeckt. Wir haben schon mal eine vorläufige Bewertung vorgenommen, aber noch ohne Note für den Preis.

LG G4 Dual-SIM im Test
  • Android 5.1
  • 5,5″ Display, 2560 x 1440 Pixel
  • LTE + VoLTE, HSDPA, UMTS, WLAN
  • 2x Micro-SIM, 2x LTE
  • Snapdragon 808 Hexa-Core Prozessor
  • 3.000 mAh Akku, wechselbar
  • Online ab

 

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Testbericht in Kurzform

Stylish: Wechselbare LG G4 Dual Cover in Leder

Das LG G4 Dual kommt mit zwei austauschbaren Covern in Leder(optik) und Kunststoff. Insgesamt gibt es 6 Farbvarianten. Unten links der Lautsprecher.

Das riesige, leicht gewölbte 5,5-Zoll-Display ist beeindruckend gut – übrigens wirkt das Phone trotz seiner Ausmaße relativ leicht. Die austauschbaren Rückencover fühlen sich sehr hochwertig an (vor allem die Lederversionen). Und die Bedienung? Hier punktet das G4 als erstes Dual-SIM Handy mit Android 5.1 und einer extrem flüssigen Darstellung. Hier zunächst die wichtigsten Daten auf einen Blick, dann folgt wie üblich der detaillierte Testbericht.

Display

Das 5,5 Zoll große Display löst mit Quad-HD auf, sprich 2560 x 1440 Pixel. Damit bietet es dieselbe Auflösung wie die Dual-SIM Version des Samsung Flaggschiffs Galaxy S6 (Test)

Was die technischen Daten andeuten, bestätigt sich auch in der Praxis. Die Bildqualität ist überragend. Gestochen scharf, knackig leuchtende Farben, optisch macht dem G4 kein anderes Phone etwas vor. Bei der Bildschirmgröße ist zudem „Dual Window“ eine sinnvolle Sache: Hierbei kann man zwei verschiedene Apps in der oberen und unteren Bildschirmhälfte ausführen.

Gebogene Bildfläche

Die Bildfläche ist gleichmäßig gewölbt, sodass der obere und untere Bildbereich zum Betrachter hin gebogen. Die Neigung ist allerdings sehr zurückhalten: man bemerkt sie mein Hinsehen zwar, aber es fällt nicht besonders auf. Legt man das Handy mit dem Display nach unten, beträgt der Abstand zwischen Displaymitte und Tischoberfläche etwa 1 mm. Vielleicht ganz witzig und (noch) außergewöhnlich – aber im Test hat dieses Curved-Design weder gestört noch bestimmte Vorteile gezeigt.

Kamera

Höchstleistung in Sachen Lichtaufnahme: Das G4 ist mit einer f1.8 Blende ausgestattet, ein Spitzenwert im Vergleich der besten Smartphones – egal ob für eine oder zwei SIM-Karten. Diese Blende ermöglicht eine sehr hohe Lichtaufnahme, sodass Bilder auch in dunkler Umgebung sehr gut gelingen können. Aber auch davon abgesehen sind die Fotos im Test exzellent. Vor allem der Bildstabilisator hat überzeugt.

LG G4 Betriebssystem: Android 5.1

Neueste Version 5.1: Android Lollipop auf dem LG G4 – rechts unten die Zusatztaste zum SIM-Kartenwechsel

Betriebssystem

Als bislang erstes Dual-SIM Gerät, das wir zum Testen in Händen hatten, bietet das LG G4 Android 5.1, die zu diesem Zeitpunkt neueste verfügbare Version des Google Betriebssystems.

Wie fast bei allen Smartphones der Markenhersteller hat auch das Dual-SIM Flaggschiff eine zusätzliche Nutzeroberfläche spendiert bekommen: LG Optimus UX 4.0. Und die bringt einige praktische Besonderheiten bei der Bedienung mit sich. Vor allem die Steuerung der SIM-Karten durch einen Extra-Button in der virtuellen Bedienleiste macht Spaß.

Bedienung: LG Besonderheiten

Schon seit ein paar Jahren geht LG bei den physischen und virtuellen Tasten andere Wege. Zunächst einmal befinden sich auf der Front oder an den Seiten keine echten Tasten. Dafür liegen auf der Rückseite, unterhalb der Kamera, gleich drei davon (siehe im Bild zum Rückencover oben). Die mittlere ist etwas erhöht und dient zum ein-/ausschalten. Die obere und untere steuern bei aktivem Handy die Lautstärke.

Standby: Kamera und Notepad schnell starten

Ist das Smartphone ausgeschaltet, kann man über die obere Taste direkt die Kamera starten. Für ganz Eilige: in den Einstellungen lässt sich festlegen, ob man beim Tippen auch direkt schon das erste Foto aufnehmen möchte. Der untere Button, der sonst für „leiser“ zuständig ist, ruft bei ausgeschaltetem Handy hingegen direkt eine Notepad-App auf. Wenn man also schnell was notieren möchte – die App startet so schnell, dass man es bis dahin wohl kaum vergessen haben dürfte.

Frei belegbare virtuelle Tasten

Die virtuell einblendbaren Tasten am unteren Bildschirmrand lassen sich frei belegen. „Zurück“, „App-Übersicht“, „Home-Screen“ – was bei fast allen anderen Handys starr festgelegt ist, lässt sich beim G4 Dual nach Wunsch umstellen. Insgesamt 7 virtuelle Buttons stehen zur Auswahl, bis zu 5 davon kann man gleichzeitig in die Steuerzeile legen. Einer davon, per Voreinstellung schon aktiv, hat eine spezielle Dual-SIM Funktion: Sie wechselt per Tipp von einer SIM zur anderen. Dazu mehr im Abschnitt „Dual-SIM Steuerung“.

Mobiles Internet

Einstellungen mobiles Internet beim LG G4 Dual

Mobiles Internet mit LTE – höchstes Niveau, aber nur auf SIM1 und ohne 800 MHz.

Wer sein Phone LG G4 Dual-LTE auf dem Karton nennt, schürt hohe Erwartungen: Zwei SIM-Karten, zwei Mal LTE – so klingt das. Leider bestätigt sich das aber nicht immer. Denn es gibt zwei verschiedene Varianten des Dual-SIM Modells: Das LG-H818N (für Hongkong/China) und das LG-H818P (für Arabische Emirate und andere Länder). Keine Frage: Beide bieten echtes Highspeed-Internet mit 4G. Aber es gibt dabei zwei Unterschiede – ob die für einen selbst relevant sind, hängt von der eigenen Handynutzung ab.

  • LTE Frequenzen: Da LG das G4 Dual nicht für den deutschen Markt vorgesehen hat, werden die hierzulande gängigen Frequenzen nicht gezielt unterstützt. Die Folge: Das H818P beherrscht alle drei deutschen LTE-Bänder, das H818N hingegen nur zwei davon: Die in ländlichen Gebieten verbreitete 800 MHz Frequenz fehlt bei dieser Variante. Das kann man dem Hersteller schlecht vorwerfen – und immerhin waren auch die ersten Modelle der Samsungs Topmodelle S5 und S6 Duos nicht fürs 800 MHz Band geeignet. Erst ein Geräte-Upgrade änderte das. Bei LG gibt es immerhin beide Varianten gleichzeitig. Allerdings muss man bei der Bestellung sehr genau auf die Bezeichnung achten. Übrigens: Das Vorgängermodell LG G3 Dual unterstützt diese LTE Frequenz bis heute nicht.
  • LTE auf SIM1 und SIM2: Jedes G4 Dual unterstützt für die SIM-Karte im Slot „SIM1“ alle Übertragungsstandards unterstützt, bis hin zu LTE / 4G. Bei dem zweiten Steckplatz unterscheiden sich die Modelle dagegen: Die Karte in SIM-Steckplatz Nummer 2 kann im H818N nur auf GPRS zugreifen. Zumindest haben wir zwei verschiedene SIM-Karten mit LTE Tarif getestet, bei beiden war kein 4G und kein 3G / H+ verfügbar. Das H818P ermöglicht das jedoch auf beiden SIMs. Allerdings hatten wir diese Version des Flaggschiffs nicht im Test.

In den technischen Angaben von LG selbst findet sich übrigens leider nichts zum Thema. Dort wird nur angegeben, dass das G4 grundsätzlich LTE beherrscht – und das tut es ja auch, nur laut unserer Prüfung bei der Hongkong-Variante eben nicht auf beiden SIMs.

Unterstützte Frequenzen SIM1:

  • LTE / 4G – (700, 800, 850, 900), 1800, 2100, 2600 MHz
  • UMTS / 3G – 850, 900, 1900, 2100 MHz
  • GSM / 2G – 850, 900, 1800, 1900 MHz

Unterstützte Frequenzen SIM2:

  • H818N: Nur GSM (2G) – 850, 900, 1800, 1900 MHz
  • H818P: Wie SIM1

Dual-SIM Steuerung

LG G4 Dual: Sehr einfache SIM-VerwaltungIn Sachen SIM-Karten Verwaltung macht das G4 Dual-LTE den besten Eindruck, den überhaupt ein Smartphone in dieser Disziplin bei uns hinterlassen hat.

Highlight ist das direkt in die Bedienleiste integrierte Icon, um zwischen den beiden SIM-Karten hin und her zu wechseln, ohne dafür die Statusleiste oder ein Menü zu öffnen. Diese Funktion findet man übrigens fast schon traditionell in LG Dual-SIM Handys. Bislang hat es jedoch kaum ein anderer Handyhersteller übernommen. Praktisch: Hält man die virtuelle Taste länger gedrückt, öffnet sich das Dual-SIM Menü, wo man die wichtigsten Einstellungen vornehmen kann – z.B. die einzelnen Karten (de)aktivieren, die Karte für mobiles Internet festlegen usw.

Individuelle Einstellungen für SIM1 und SIM2 sind ansonsten wie bei eigentlich allen Android-Smartphones für 2 SIM-Karten im Menü „Einstellungen“ möglich. Beim LG allerdings insgesamt noch besser gelöst als bei anderen Geräten im Vergleich. So lassen sich separate Werte für die beiden SIM-Karten ganz schnell direkt dort einrichten, wo man die Einstellungen auch ohnehin vornehmen würde.

Beispiel: Im Punkt „Klingeltöne“ direkt nach SIM1 und SIM2 unterschieden. Man braucht bei den häufigsten Einstellungen also gar nicht erst ein Untermenü aufzurufen. Das ist zwar letztlich kaum umständlicher, aber das G4 bietet hier einfach noch einen „Tick“ mehr Komfort. Bei Einstellungs-Details, die sich (auch) auf eine SIM-Karte beziehen, ist dann doch ein Extra-Klick auf SIM1 oder SIM2 nötig. Aber immerhin wird für die unterschiedlichsten Funktionen nach SIM1, SIM2 und Allgemein unterschieden. So viel Auswahl für die Kartensteuerung ist vorbildlich.

SIM-Karten & Slots

LG-G4-Dual: Slots für SIM-Karten und microSD

Links: Slot für SIM2. Mittig von oben nach unten: Kamera, Lauter, Ein-/Aus, Leiser. Rechts: Steckplatz für SIM1 und darüber für die microSD.

Platz für 2 Micro SIM-Karten und für eine microSD-Karte: Um die Steckplätze zu belegen, muss man nur das Rückencover abnehmen. Gegenüber den inzwischen üblichen SIM-Trays benötigt man dafür kein Werkzeug.

Das G4 bietet insgesamt 3 Slots. Wer also eine microSD einlegen möchte, braucht dafür auf keine SIM-Karte zu verzichten. Anders ist das bei sogenannten Hybrid-Slots, die entweder eine (Nano-)SIM oder eine Speicherkarte aufnehmen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Galaxy A3 (Test).

Um SIM1 einzulegen (im Bild rechts, senkrechter Slot), muss man den Akku herausnehmen. Für SIM2 (links, waagerechter Steckplatz) ist das nicht nötig. Ausschalten sollte man das Smartphone aber sowieso, bevor man Karten hineinschiebt oder herausnimmt.

Lieferumfang

Wechselcover im Lieferumfang: Das Unboxing beim G4 DualZwei Besonderheiten, ansonsten das Übliche: Beim Unboxing (siehe Foto) kommen zum Vorschein:

Standards

  • LG G4 Dual-LTE Smartphone
  • Akku
  • USB-Ladekabel
  • Stereo-Headset (übrigens ziemlich elegant) mit Kabel und Lautstärkewippe
  • Garantiehinweise

Besonderheiten

  • Wechselcover in silbernem Kunststoff
  • Stecker für das Ladekabel – leider in chinesischer (?) Norm und somit ungeeignet für unsere Steckdosen. Da es sich bei unserem Testgerät um einen Import aus Hongkong handelte, wie die Angaben auf der Verpackung zeigen, ist das ein Nachteil, den man für „exotische“ Smartphones in Kauf nehmen muss. Zum Laden haben wir einfach einen anderen Stecker verwendet, das ging problemlos.

Fazit LG G4 Dual-SIM

Im Test eine sehr positive Überraschung: Mit dem LG G4 Dual-LTE steht ein neues Superphone für zwei SIM-Karten zur Auswahl. Wer auf einen möglichst großen Bildschirm wert legt, findet nach unserem Vergleich hier das beste Smartphone in dieser Displaygröße. Auch Technik und Bedienung sind erstklassig – nur wer im ländlichen Raum oder auf beiden SIM-Karten auf LTE angewiesen ist, dürfte enttäuscht werden. Leider wird das Modell nicht direkt in Deutschland von LG Electronics vermarktet, daher ist der Kauf als Importware nötig – und für den Preis muss man schon tief in die Tasche greifen. Andere ähnlich gute Top-Handys liegen allerdings auf dem gleichen Niveau.

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LG G4 Dual
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