Huawei P8 lite

Mit dem Huawei P8 lite bietet der chinesische Hersteller die kompakte und etwas einfacher gehaltene Version seines Flaggschiffs in Deutschland als „hybrides“ Dual-SIM Handy an. Das bedeutet, dass der microSD-Steckplatz wahlweise auch für eine zweite SIM-Karte verwendet werden kann. Die ingesamt gute Ausstattung in Kombination mit einem recht günstigen Preis trifft offensichtlich den Nerv der Kunden. Bei Amazon hat das Smartphone als #1 Bestseller unter allen angebotenen Handys gepunktet. Wir haben uns das Modell im Huawei P8 lite Test näher angesehen.

Huawei P8 lite Test/Bericht

  • Android 5.0.1
  • 5,0 Zoll Zoll Display, 1080 x 720 Pixel
  • LTE bis 150 Mbit/s
  • Octa-Core HiSilicon Kirin 620 Prozessor (1,2 GHz)

 

Display

Dass Huawei als Namenszusatz für die günstigere Topmodell-Veriante „lite“ statt – wie andere Marken – „mini“ oder „compact“ ausgewählt hat, ist erfreulich ehrlich. Denn das Gerät ist insgesamt alles andere als Mini, sondern unterscheidet sich vor allem durch einfachere Hardware vom „normalen“ P8. So fällt das Display im Vergleich zum Topmodell nur geringfügig kleiner aus: Statt 5,2 Zoll (P8) bietet das P8 lite genau 5,0 Zoll. Das ist aber immer noch groß genug, um alle möglichen Inhalte abzubilden. Auffälliger ist die Differenz in der Bildauflösung.

Während das Flaggschiff Full-HD bietet (1920 x 1080), bietet das kaum kleinere Display der lite-Version lediglich HD mit 1080 x 720 Pixeln. Trotzdem macht das Bild einen guten Eindruck. Wer häufig unterschiedliche Auflösungen vergleicht, erkennt zwar, dass die Auflösung nicht ganz auf höchstem Niveau ist. Im normalen Alltag dürfte das aber kaum auffallen oder gar stören. Wenn man jedoch großen Wert auf brillante Bilddarstellung legt, ist das P8 lite eher nicht das richtige. Denn es kommt hinzu, dass Helligkeit und Farbwerte bei spitzem Betrachtungswinkel nicht so stabil sind wie etwa beim Honor 6 oder erst Recht beim Samsung Galaxy S6 Duos Test.

Design

Huawei P8 lite: Vergleich Front / Rücken

Im Huawei P8 lite Test macht das Smartphone einen guten technischen Eindruck, v.a. für seinen Preis. Gegenüber seinem „großen Bruder“ sind Optik und Ausstattung aber deutlich reduziert.

Ehrlich gesagt, hat uns das P8 lite äußerlich beim ersten Hands-On schon etwas enttäuscht. Denn wer dessen größeres Schwestermodell kennt, hat vielleicht auch erst einmal entsprechende Erwartungen in Sachen Materialwahl und Optik. Insgesamt ist das lite-Phone schon gut verarbeitet und sieht gefällig aus. Aber vermutlich aus Kostengründen hat Huawei gegenüber dem Topgerät an einigen Stellen gespart.

  • Die Rückseite wirkt zwar wie gebürstetes Aluminium, ist aber Kunststoff und klingt auch so, wenn man mit dem Fingernagel dagegen tippt.
  • Beim Rahmen lautete die Devise leider ebenalls „Kunststoff statt Aluminium“
  • Auf der Front ist statt Corning Gorilla Glass 3 normales Glas verbaut.

Die Haptik ist gute Mittelklasse, liegt aber erkennbar unterhalb des großen P8. Zum Vergleich: Das Flaggschiff sieht mit seinem schräg gefrästen Aluminiumrahmen nicht nur edel aus, es lässt sich auch sehr angenehm und „anschmiegsam“ greifen. Beim P8 lite sind die einzelnen Elemente (Glas-Front, Kunststoff-Rahmen, Rückseite) dagegen wie Sandwich-Scheiben mit kleinen Vorsprüngen aufeinandergesetzt und beim Greifen haben wir im Test auch immer mal wieder die Übergänge gespürt. Mit nur 7,7 mm Bauhöhe liegt es aber trotzdem sehr gut und grifftig in der Hand.

Betriebssystem

Keinen Anlass zur Kritik gibt es beim Betriebssystem. Mit Android 5.0 ist das Smartphone gut ausgerüstet. Geschmackssache ist dagegen, dass der Hersteller Huawei wie immer noch seine hauseigene Nutzeroberfläche EMUI darüber legt. Sie kommt in der aktuellen Version 3.1 und macht einen sehr frischen, reduzierten Eindruck – setzt aber auch auf fröhliche Farben. Uns hat es beim Tippen durch die Menüs gut gefallen. Wer es nicht mag, kann eine andere Optik nachladen. Das geht zwar wohl leider nur recht umständlich (über die App-Standardeinstellungen), zählt aber auch nicht zu den Wertungskriterien in unserem Huawei P8 lite Test.

SIM-Slots

Wer zwei SIM-Karten und microSD-Speicherkarten nutzt, muss sich beim P8 lite entscheiden. Entweder er nutzt beide Rufnummern im selben Handy – und verzichtet dann auf einen microSD Steckplatz. Oder er legt die Speicherkarte für z.B. Apps, Fotos & Co ins Smartphone – muss aber dafür die zweite SIM weiterhin mit einem separaten Handy nutzen. Allerdings muss man klar sagen: Bei immer mehr Handys, auch für nur eine einzelne SIM-Karte, wird der Steckplatz für externen Speicher inzwischen weggelassen, so etwa auch bei den Superphones von Samsung. Wer ohnehin keine microSD-Karten nutzt, der geht mit dem P8 lite im Prinzip keine Kompromisse in Bezug auf den „hybriden“ Slots ein.

Erreichbarkeit auf SIM1 und SIM2

Wie heutzutage üblich sind beide Rufnummern parallel erreichbar, bis eine der beiden angerufen wird oder selber einen Anruf tätigt. Solange dieses Gespräch nämlich dauert, ist die andere nicht in ihr Netz eingebucht. Ähnlich wie wenn man kurzzeitig keinen Empfang hat. Falls man aber keinesfalls in dieser Zeit eingehende Anrufe auf der anderen Nummer verpassen will, gibt es eine händische Lösung: Man stellt eine Rufumleitung auf die gerade in Nutzung befindliche SIM-Karte ein und erlaubt bei dieser „Anklopfen/Makeln“. Allerdings kann diese Umleitung je nach Tarif Kosten verursachen.

SIM-Karten Formate

Für das Huawei P8 lite benötigt man SIM-Karten in unterschiedlichem Format. Und zwar als Micro-SIM für die Haupt-Rufnummer und als Nano-SIM für den zweiten Steckplatz (der alternativ für eine Speicherkarte genutzt werden kann).

Rufnummern verwalten

Die Verwaltung der SIMs und das Zuordnen bestimmter Rufnummern zu bestimmten Funktionen ist in die normalen „Einstellungen“ Menüs von Android integriert. Dafür befindet sich in diesem Hauptmenü ein Unterpunkt „Dual-SIM Verwaltung“. Es gibt unter anderem folgende Einstellungen, die man jederzeit wieder ändern kann:

  • Eine Standard-Rufnummer festlegen, die automatisch zum Telefonieren oder für SMS verwendet wird. (Falls man das nicht nutzt, werden auf dem Tastenfeld immer zwei grüne Hörer abgebildet, einer mit der Ziffer 1, der andere mit einer 2.)
  • Verschiedene Klingeltöne für die einzelnen Rufnummern festlegen.
  • Die Karte für mobiles Internet festlegen. Das P8 lite beherrscht alle in Deutschland gängigen Netzfrequenzen (Bänder) für die Mobilfunkstandards 2G, 3G und 4G. Es unterstützt also auch Dual-SIM LTE, und das mit bis zu 150 Mbit/s.
  • Einzelne SIM-Karten deaktivieren.

Kamera

Insgesamt gut gefallen hat uns die 13-Megapixel Kamera, die für den geforderten Kaufpreis erstaunlich brillante Bilder und auch gute Videos liefert. Außerdem hat sich das Phänomen Selfie an der Frontkamera bemerkbar gemacht. Mit 5 Megapixeln gehört sie zu den hochauflösendsten Linsen im Vergleichstest und macht sehr überzeugende Schnappschüsse.

Sound

Für den Ton ist ein einzelner Lautsprecher zuständig, der seitlich unten am Gehäuse eingebaut ist. Vorteil: Wenn man das Handy auf den Tisch legt, ist der Lautsprecher nicht verdeckt. Wenn man das Phone in der Hand hält, geht der Sound jedoch leider in die falsche Richtung. Insgesamt ist die Klangqualität ebenfalls erfreulich. Sie neigt bei stärkerer Belastung nur manchmal dazu, blechern zu klingen. Im Vergleich mit preislich ähnlichen Smartphones ist sie aber sicher kein Nachteil.

Leistung

Als Octa-Core Smartphone mit 64-bit-Chip macht das P8 lite auf dem Papier schon einmal einen sehr guten Eindruck. Allerdings beträgt die Taktfrequenz eher niedrige 1,2 GHz. Wie schlägt sich der von Huawei selbst entwickelte Kirin Prozessor mit diesem Pro und Contra letztlich? Eigentlich ohne Überraschungen. Die beiden Eigenschaften gleichen sich gegenseitig aus, sodass man insgesamt einen eher etwas überdurchschnittlichen Speed nutzen kann. Alle gängigen Aufgaben wie kleine Spiele, Videos, Facebook usw. erledigt es problemlos schnell, auch die Menüs und Systemfunktionen laufen ruckelfrei.

Fazit Huawei P8 lite

Dass es sich um eins der beliebtesten Handys derzeit handelt, ist nach näherer Begutachtung durchaus nachvollziehbar. Denn das P8 lite bietet in eigentlich allen Disziplinen überdurchschnittliche Leistung, und kombiniert das mit einem eher niedrigen Preis. Man darf es nur nicht in der Annahme kaufen, eine Art Kleinformat des Highend-Smartphones P8 zu erhalten. Deshalb haben wir in unserem Bericht auch speziell auf die Unterschiede beider Modelle hingewiesen. Gegenüber diesem Superphone wirkt das P8 lite eventuell schlechter, als es im gesamten Markt tatsächlich dasteht. Einziges Manko aus Dual-SIM Sicht ist, dass man beim Hybrid-Slot zwischen einer zweiten Rufnummer und einer Speicherkarte entscheiden muss. Wer aber für ein ordentliches 5-Zoll-Smartphone (eher) wenig Geld ausgeben möchte und ohnehin keine microSD verwenden will, könnte bei diesem Modell fündig werden.

Vorteile

  • Niedriger Preis
  • Bestseller 2016
  • Bei diversen Shops erhältlich

Nachteile

  • Wahlweise 2. SIM oder microSD
  • Gehäuse aus Kunststoff

Technik und Handydetails

EigenschaftWert
BetriebssystemAndroid 5.0.1 (EMUI 3.1)
Bildschirm
Display / Bilddiagonale 5,0 Zoll HD IPS-Display
Bildauflösung1080 x 720 Pixel, 294 ppi
Kameras
Hauptkamera13,0 Megapixel
Frontkamera5,0 Megapixel
Mobilfunk
SIM 1Micro-SIM
SIM 2Nano-SIM in Hybrid-Slot
ÜbertragungsstandardsLTE bis 150 Mbit/s
Unterstützte FrequenzenLTE / 4G: 800 / 1800 / 2600 MHz
UMTS / 3G: 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz
GSM / 2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz
Leistung
Speicher2 GB RAM Arbeitsspeicher
16 GB interner Speicher
bis zu 32 GB externer Speicher (via microSD-Karte)
ProzessorOcta-Core HiSilicon Kirin 620 mit 1,2 GHz Taktfrequenz
Grafik-Einheit
Benchmark-Test30924 (Antutu)
Akku 2200 mAh
Gehäuse
Maße14,3 x 7,06 x 0,77 cm cm
Gewicht131 g
Weitere Ausstattung
Sensoren
  • Helligkeit
  • Annäherung
  • Beschleunigung
  • Kompass (digital)
Sonstiges