Dual-SIM Adapter

Ein Dual-SIM Adapter ermöglicht es, mit einem Handy, das nur einen SIM-Steckplatz besitzt, trotzdem 2 SIM-Karten zu nutzen. Mit Hilfe des Adapters kann das Handy nämlich auf insgesamt zwei SIM-Karten zugreifen und über beide Rufnummern telefonieren, simsen oder surfen (wobei manche Modelle für die zweite SIM-Karte kein mobiles Internet ermöglichen).

Es gibt derzeit drei prinzipiell verschiedene Arten von Dual-SIM Adaptern. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie man ihn mit Handy bzw. Smartphone verbindet – aber auch im Funktionsumfang. Es sind:

  1. Bluetooth Dual-SIM Adapter, bei der man eine SIM-Karte ganz normal im Handy einlegt und eine weitere in den Adapter. Das Handy greift per Bluetooth auf die SIM im Adapter zu und man kann über sie telefonieren, simsen und mobiles Internet nutzen.
  2. Dual SIM-Karten Adapter zum Einstecken in den SIM-Slot des Handys, wobei ein Großteil des Adapters aus dem SIM-Slot herausragt: Hierbei kann man die normalen SIM-Karten verwenden, ohne sie zuzuschneiden – allerdings muss man den herausstehenden Adapter irgendwie verstauen
  3. Dual-SIM Adapter zum Einstecken in den SIM-Slot des Handys, für die man die SIM-Karten so klein zuschneiden muss, dass beide zuerst in den Adapter und dann mitsamt dem Adapter in den normalen SIM-Karten Steckplatz passen.

Die Dual-SIM Adapter-Typen im Einzelnen

Informieren Sie sich hier im Detail über:

Bluetooth Dual-SIM Adapter

Bluetooth Dual-SIM Adapter sind die leider relativ teure „Luxus“-Variante. Sie besitzen einen eingebauten Akku verfügen und kommunizieren drahtlos mit dem Handy. Das bedeutet, dass das Smartphone auf eine SIM-Karte zugreifen kann, ohne dass es direkten Kontakt mit ihr hat.
Die Bluetooth-Modelle besitzen zudem meist eine eigene Funkeinheit und ermöglichen es dann, dass zwei SIMs aktiv (in ihr Netz eingebucht) sind. So lassen sich zwei Anrufe auf zwei Rufnummern parallel führen. Man kann also z.B. während eines Gesprächs auf der privaten Rufnummer einen geschäftlichen Anruf auf der beruflichen Rufnummer mitbekommen und diesen auch annehmen. Das private Gespräch lässt sich solange etwa auf „Halten“ legen.
Wenn Sie Ihrerseits z.B. jemanden anrufen möchten, können Sie beim Wählen selber per Menü aussuchen, ob Sie von SIM 1 oder von SIM 2 aus anrufen möchten.
Die Bluetooth Adapter sind inzwischen sehr klein und können problemlos in der Jacken- oder Hosentasche untegebracht werden.

Typische Vorteile & Nachteile auf einen Blick

  • Zwei parallel aktive Leitungen
  • Auf beiden Leitungen telefonieren & erreichbar sein
  • Kein Basteln am Handy-Gehäuse oder an den SIM-Slots
  • Mit einigen Adaptern sind bis zu 3 SIM-Karten möglich
  • Zusätzliches Gerät (Bluetooth Adapter)
  • Teuerste Variante
  • Rooten bzw. Jailbreak erforderlich
  • Bluetooth Verbindung erhöht Akkuverbrauch
Für den Zugriff per Bluetooth muss eine App installiert werden, die es derzeit für Android und iOS Geräte gibt. Leider werden diese Apps für gewöhnlich aber von Google Play oder dem Apple App Store nicht zugelassen, sodass sie nur über die Homepage des Adapter Anbieters oder über freie App Download-Portale erhältlich sind. Um diese wiederum nutzen zu können, muss man verschiedene Sicherheitsprotokolle ausschalten oder – bei iPhones – einen sogenannten Jailbreak durchführen. Nach der Installation der App verfügt man über zusätzliche Menüfunktionen, die den Zugriff auf die zweite SIM-Karte ermöglichen. Das Ganze ist dennoch lange nicht so komfortabel wie bei einem Dual-SIM Handy (Test), da man auf den Adapter in einem eigenen Menü zugreift, sodass man beim Wählen einer Nummer über die im Adapter eingelegte SIM-Karte schon vorab die Wähltastatur der App öffnen muss – man kann nicht einfach die normale Android-Wählmenü öffnen, die Nummer eingeben und dann entscheiden, welche SIM man verwenden will.

Bluetooth-Adapter: Aktuelle Angebote


Besonderheiten beim iPhone

iPhone per Bluetooth mit weiteren SIM-Karten nutzen?

Auch für iPhones gibt es eine ganze Reihe an Dual-SIM Adaptern. Damit sie funktionieren, muss man allerdings die jeweils passende App des Herstellers installieren. Problem dabei: Apps, die so ins System eingreifen wollen, dass der Zugriff auf mehr als eine SIM-Karte möglich wird, lässt Apple offenbar nicht im offiziellen App Store zu. Bei den Bluetooth Accessoires, die wir uns angeschaut haben, muss man die Software daher aus Drittanbieter-Stores wie etwa Cydia installieren. Doch das bedeutet eine weitere Schwierigkeit: Der Zugriff auf solche „freien“ App-Verzeichnisse ist regulär mit dem iPhone gar nicht möglich. Dafür muss man erst Änderungen im iOS vornehmen – sprich ein sogenanntes Jailbreak ausführen. Danach kann man tiefer ins System eingreifen als vom Hersteller vorgesehen. Welche Software man danach im Einzelnen installieren muss, erläutern die einzelnen Adapter in ihrer Anleitung.

Jailbreak installieren: Wie geht es, welche Risiken gibt es?

Relativ kurze Zeit nach Veröffentlichung eines neues iOS erscheinen auch jeweils zugehörige Jailbreaks. Ob diese reibungslos funktionieren, welche Schwächen sie haben und ob man dabei die vorinstallierte Software beschädigt – das kann man nicht allgemeingültig sagen. Ebenso ist eine wichtige Frage, ob das Ganze rechtlich zulässig ist. Immerhin gab es eine Aussage des U.S. Copyright Office, dass Jailbreaks bei Smartphones legal seien. Apple selbst hingegen bewertet das Vorgehen als Verletzung seiner End-User License. Falls man also nach der Durchführung Probleme bei der Nutzung hat, leistet die Marke möglicherweise weder Service noch Unterstützung. Der Konzern warnt zudem, dass Abstürze, Sicherheitslücken, kürzere Akkulebensdauer und mehr eintreten können.

Fazit Bluetooth-Modelle

Trotz dieser Umstände und des hohen Preises (bis zu 100 €) ist dieser Adaptertyp unserer Meinung nach die relativ beste Lösung, wenn man sich denn überhaupt für einen Dual-SIM Adapter entscheiden will. Beispielhaft haben wir hier einen Testbericht zum SocBlue A810.
Denn man kann eine zusätzliche Karte einfach in den Adapter einlegen, hat in der Regel zwei parallele Leitungen und muss keinerlei Bastelarbeit erledigen. Bei den Adaptern ohne Bluetooth ist dies jedoch erforderlich. Außerdem ist bei den anderen Adaptern oft überhaupt nur entweder die eine oder die andere SIM nutzbar – sie sind also auch nicht beide parallel erreichbar, wie es z.B. bei einem Dual-SIM Handy der Fall ist.
Der Wechsel bei solchen Steckadaptern geht zwar bereits zügig per Code oder Menü und ist natürlich viel bequemer als ein echter SIM-Karten Wechsel durch Herausnehmen und Einlegen von SIM-Karten: Mit dem Komfort von Dual-SIM Handys oder Bluetooth Dual-SIM-Adaptern können sie aber nach unseren Testergebnissen nicht mithalten.

Dual-SIM Adapter zum Einstecken

Ohne Zuschneiden der SIM-Karten

Dual-SIM Adapter zum Einstecken in den SIM-Karten-Schacht sind in der Regel deutlich günstiger als die Bluetooth-Modelle. Dabei gibt es zwei Versionen: Bei manchen Adaptern muss man die SIM-Karten zuerst zuschneiden, bei anderen nicht. Beide Arten bieten Vor- und Nachteile. Empfehlenswerter aus unserer Testpraxis sind Modelle ohne Zuschneiden. Diese benötigen zwar mehr Platz, sind aber etwas einfacher zu handhaben.

Der Adapter selbst besteht im Wesentlichen aus einer extrem flachen, schmalen und biegsamen Platine. Das eine Einde steckt man zusammen mit der Haupt-SIM in den SIM-Karten Schacht: Hierbei ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, weil der Schacht kaum höher ist als die SIM-Karte selbst. Sitzen SIM und Adapter einmal im Kartenschacht, schiebt man ins andere Ende des Adapters die zweite SIM-Karte hinein. Nachdem man das Handy eingeschaltet hat, fügt der Adapter automatisch einen Menüpunkt in der Handysteuerung hinzu, über die man die SIM-Karten verwalten kann. Deshalb ist wichtig, darauf zu achten, ob Adapter und Handy auch wirklich kompatibel sind – sonst erkennt das Handy weder den Adapter noch die zweite SIM-Karte.

Nachteil – außer der fummeligen Einlegearbeit – ist hierbei, dass der Großteil des Adapters aus dem SIM-Schacht herausragt und irgendwie untergebracht werden muss. Unter der Rückenabdeckung ist nie Platz, also muss man den Adapter teilweise auf dem Rückencover festkleben und den Verbindungssteg zum innen liegenden Teil unter dem Cover quasi einklemmen. Manche Adapter werden aber direkt mit einem passenden Rückencover angeboten, das eine passende Ausbuchtung für den Adapter auf seiner Innenseite besitzt.

Parallel erreichbar und telefonieren? Fehlanzeige

Eine eigene Funkeinheit ist hierbei fast nie vorhanden, sodass man immer nur entweder mit der einen oder mit der anderen Rufnummer telefonieren (usw.) kann. Man kann also nur eine einzige aktive SIM-Karte festlegen, die jeweils andere SIM ist solange nicht nutzbar. Der Wechsel zwar bereits zügig von der Hand: Je nach Modell kann man per Code-Eingabe oder über das Menü zur jeweils anderen Nummer wechseln. Und das ist natürlich bereits bequemer als ein echter SIM-Wechsel durch Herausnehmen und Einlegen. Je nach Adapter dauert das Umschalten jedoch ziemlich lange. Eine halbe Minute Wartezeit kam durchaus vor. Bei manchen (vor allem älteren) Produkten muss das Smartphone sogar herunterfahren und neu starten. Das ist bei guten neueren Modellen aber nicht mehr erforderlich.

Mit Zuschneiden der SIM-Karten

Dual-SIM Adapter zum Einstecken, bei denen man die SIM-Karten zuschneiden muss, sind die einfachste, aber auch unhandlichste Bauweise. Denn sie werden – inklusive der beiden SIMs – in den normalen SIM-Karten Slot geschoben. Dieses Prinzip bedeutet natürlich, dass der komplette Adapter nur minimal mehr Volumen besitzen darf als eine normale SIM-Karte. Der komplette Adapter ist also nicht oder nur minimal größer als eine normale SIM-Karte, und zwar im Standard-SIM-Format. (Für Handys mit Micro-SIM oder Nano-SIM Steckplatz sind diese Adapter nicht geeignet.) Im Adapter befinden sich Kontakte für 2 SIM-Chips und die Technik zur Steuerung.

Die vorhandenen zwei SIM-Karten muss man zunächst einmal von Hand extrem klein zuschneiden, sodass nur noch die eigentlichen SIM-Chips übrig bleiben. Je nach SIM-Karte muss man sogar den SIM-Chip teilweise abschneiden. Dadurch riskiert man, dass man den Chip beschädigt und die SIM unbrauchbar wird. Damit man das Ausschneiden möglichst gut erledigen kann, liegen solchen Dual-SIM Adaptern aber meist Schneidevorlagen bei, man kann sogar spezielle Dual-SIM Stanzen kaufen (die in der Regel ca. 20 € extra kosten).

Außerdem waren manche Adapter-Modelle im Test leider ungenau gefertigt. Selbst nach sehr genauem Zuschneiden der SIM-Karten und dem fummeligen Einfügen der SIM-Chips in den Adapter passte dieser nicht bei jedem Handy in den SIM-Steckplatz – denn bei manchen Handys ist der SIM-Slot so klein gehalten, dass selbst der wirklich sehr dünne Rahmen des Adapters schon zu groß war.

Allerdings kann dieses Bauprinzip auch einen großen Vorteil gegenüber dem größeren Steck-Adaptern (ohne Zuschneiden) bieten: Denn wenn die SIM-Chips nicht beschädigt wurden und der Adapter inklusive SIM-Chips in den SIM-Steckplatz passt, braucht man nach dem Einlegen keine weiteren Bauteile mehr zu verstauen. Auch bei den Zuschnitt-Adaptern ist aber wichtig, dass sie mit dem jeweiligen Handy kompatibel sind. Denn auch diese Modelle fügen dem Handymenü einen zusätzlichen Punkt hinzu, über die der Adapter gesteuert, die Rufnummern gewechselt werden usw. Auch bei diesen Adaptern ist das Telefonieren über beide Rufnummern nicht parallel möglich, man muss vielmehr auswählen, welche SIM man gerade verwenden will.

Mehr Infos: Dual-SIM Funktionen bei Adaptern zum Einstecken

In allen Dual-SIM-Adaptern zum Einstecken ist ein Chip mit Steuerprogrammen enthalten. Diese installieren sich automatisch im Handymenü, sodass man bestimmte Einstellungen für die SIM-Karten vornehmen und z.B. zwischen den SIM-Karten hin und her schalten kann. Die Nutzung der 2 SIM-Karten ist vergleichbar damit, als ob Sie das Handy ausschalten, SIM1 herausnehmen, SIM2 einlegen und das Handy neu starten. Nur dass der Wechsel dank des Adapters viel schneller und ohne das physikalische Wechseln der SIM-Karten funktioniert.

Zwischen den SIM-Karten umschalten

Zwischen den verschiedenen Dual-SIM-Adaptern zum Einstecken gibt es große Unterschiede, wie schnell und komfortabel das jeweilige Modell seine Aufgaben erfüllt. Der Wechsel von einer SIM-Karte zur anderen dauert nach unseren eigenen Erfahrungen ca. 5-15 Sekunden, kann aber je nach Handymodell natürlich variieren.

  • Relativ angenehm und einfach ist der sogenannte „digitale Wechsel“: Hierbei schaltet man per Handymenü oder Kurzwahlbefehl zur jeweils anderen SIM-Karte um.
  • Weniger komfortabel sind Adapter mit sogenanntem „analogen Wechsel“: Hierbei muss man das Handy komplett ausschalten und neu starten, um die jeweils andere SIM-Karte in Betrieb zu nehmen – das dauert entsprechend lange.

Immer nur eine SIM nutzbar

Wichtig ist, dass ein Dual-SIM Adapter zum Einstecken in aller Regel kein eigenes Sende-Empfangs-Modul besitzt. Das bedeutet, dass sich die beiden SIM-Karten – also die 1. SIM-Karte im SIM-Slot des Handys und die 2. SIM-Karte im SIM-Slot des Adapters – das Funkmodul des Handys teilen müssen. Da ein Funkmodul aber immer nur eine einzige Mobilfunkverbindung gleichzeitig aufbauen kann, kann man mit einem Einsteck-Dual-SIM-Adapter nicht parallel auf beiden SIM-Karten telefonieren und ist auch nicht auf beiden zur selben Zeit empfangsbereit. Man muss erst zur anderen SIM-Karte wechseln, um auf dieser erreichbar zu sein und mit dieser zu telefonieren – dafür ist dann die zuvor aktivierte SIM-Karte nicht mehr mit dem Netz verbunden.

Dual-SIM Adapter zum Einstecken sind nicht dafür geeignet, auf 2 SIM-Karten parallel zu telefonieren, zu simsen oder zu surfen. Man muss in der Regel sogar festlegen, auf welcher der beiden SIMs man erreichbar sein möchte. Diese Adapter eignen sich daher vor allem für diejenigen, die zwar 2 SIM-Karten im selben Handy nutzen wollen, dies aber zeitlich trennen können. Das ist z.B. sinnvoll, wenn man von 8 bis 17 Uhr beruflich erreichbar sein muss, danach keine geschäftlichen Telefonate mehr führen will und eine separate Nummer für die Freizeit haben möchte – aber alles mit demselben Handy erledigen will.

Mobiles Internet über die SIM im Adapter?

Das ist leider nicht garantiert. Denn nicht alle Adapter unterstützen sämtliche SIM-Funktionen: So kann es z.B. sein, dass ein Adapter kein UMTS oder HSDPA für schnelles mobiles Internet ermöglicht – auch wenn die in den Adapter eingelegte Karte für diese Standards geeignet ist.

Auf den SIM-Karten gespeicherte Rufnummern und Kontakte

Die Informationen, die auf jeder SIM-Karte separat gespeichert sind, bleiben auch getrennt. Das heißt z.B., dass Kontakte und Rufnummern, die Sie auf SIM1 gespeichert haben, auch nur dann über das Kontaktmenü bzw. den Rufnummernspeicher abrufbar sind, wenn Sie mit dem Dual-SIM Adapter gerade die SIM1 nutzen.

Was muss man bei iPhone Bluetooth Dual-SIM Adaptern beachten?

Die Hersteller der entsprechenden Adapter versprechen, dass man sogenannte gejailbrakte Phones mit ihren Modellen nutzen könne. Ein Jailbreak ist allerdings nicht ganz simpel. Es ermöglicht Nutzern von iPhones, iPads und iPods zunächst einmal tieferen Zugriff auf ihr iOS Gerät. Insbesondere können dann auch Apps geladen werden, die nicht aus dem offiziellen Store stammen, sondern z.B. über die unabhängige Software-Plattform „Cydia“ geladen werden. Einige dieser über Cydia verfügbaren Apps ermöglichen den Zugriff auf zusätzliche SIM-Karten via Bluetooth. Die einzelnen Bluetooth Dual-SIM Adapter erläutern in ihrer Bedienungsanleitung, welche App aus Cydia geladen werden muss, um den Dual-SIM Bluetooth Zugriff zu ermöglich. Laut U.S. Copyright Office ist ein Jailbreak bei Smartphones legal. Dennoch wertet Apple ein Jailbreak als Verletzung seiner End-User License und kann bei gejailbreakten iOS Geräten eventuell keinerlei Service oder Unterstützung leisten. Apple warnt zudem vor Instabilität, Sicherheitsrisiken, kürzerer Akkulebensdauer und weiteren Problemen. Das sollte man bedenken, bevor man sich für diesen Schritt entscheidet.

Kurze Historie: Dual-SIM Adapter in Akku-Form

Wussten Sie es schon? Noch älter als eigenständige Dual-SIM Adapter waren Akkus, in die man eine zusätzliche SIM-Karte einlegen konnte – eine inzwischen weitgehend vergessene technische Idee, die noch vor dem Jahr 2000 aufgekam. Im Akku befand sich die gesamte Adapter-Technik, sodass der Adapter unsichtbar im Inneren des Handys untergebracht werden konnte.

Parallel nutzen ließen sich die SIM-Karten allerdings nicht: man war immer nur auf einer der beiden Rufnummern erreichbar und konnte auch nur diese nutzen. Ein möglichst einfacher Wechsel zwischen SIM1 und SIM2 war daher ein wichtiges Krtiterium. Auch wenn er vom heutigen Stand aus als sehr unpraktisch gelten dürfte, entwickelte sich der Wechsel doch immer weiter:

  • In Generation 1 musste für den SIM-Wechsel das Handy komplett ausgeschaltet werden
  • Bei Generation 2 ließ sich der Wechsel während des Betriebs durchführen, indem man einen kleinen Hardware-Schalter am Akku bediente
  • Die 3. Generation ähnelte stark den aktuellen Plug-In-Adaptern: Sie installierte einen neuen Eintrag im Handy-Menü, sodass man die SIM-Karten elektronisch wechseln konnte

Mit dem Aufkommen reiner Dual-SIM Adapter verschwand diese Idee weitgehend.

Die ersten separaten Dual-SIM Adapter

In den ersten 2000er Jahren kamen auch die ersten eigenständigen Dual-SIM-Adapter auf den Markt. Mit ihnen konnte man ebenfalls zwischen SIM 1 und 2 wechseln, ohne das Handy auszuschalten. Ein Parallelbetrieb war noch nicht möglich.

Die ersten Modelle waren allerdings noch ziemlich voluminös und mussten immer außen am Handy angebracht werden, was sich als unhandlich herausstellte. Nur wenige Käufer konnten sich für diese frühen Geräte entscheiden.

Dual-SIM Adapter, die sich komplett im Inneren des Handys befinden konnten, kamen ab 2003 auf den Markt. Aber auch diese Adapter waren nur für den wechselweisen Betrieb von zwei SIM-Karten geeignet.

Die wichtigste Neuerung, um parallel auf beiden Rufnummern erreichbar zu sein und auch auf SIM 1 und 2 gleichzeitig telefonieren zu können, kam etwa im Jahr 2010 durch die Einführung der Bluetooth Adapter.

Test-Fazit

Aus unserer Sicht sind die Bluetooth Dual-SIM Adapter die verhältnismäßig beste Lösung. Sie bieten den größten Bedienkomfort. Installation bzw. Einbau der Adapter sind allerdings bei allen drei Varianten (Bluetooth, Einsteck-Lösung ohne Zuschneiden, Einsteck-Lösung mit Zuschneiden) nicht wirklich befriedigend. Im Test waren wir deshalb mit keinem Modell richtig glücklich. Denn bei mehreren Modellen sind wir erst nach mehreren Stunden Internet-Recherche, Probieren und Raten auf die Lösung gekommen, wie man ein Installationsproblem beheben konnte. Normale Nutzer hätten dann wahrscheinlich schon längst keine Lust mehr gehabt, es weiter zu versuchen.

Wirklich empfehlen können wir daher keine der genannten Lösungen. In Sachen Bedienung bieten die besten Handys aus unserem Test einfach viel überzeugendere Ergebnisse.

Einzig wer ohnehin schon ein Android-Smartphone oder iPhone besitzt, technisch versiert ist, den Einsatz von Apps akzeptiert, die von Google Play oder Apple App Store nicht zugelassen sind, aber den Vorteil von 2 parallel nutzbaren Rufnummern nutzen will, der könnte mit einem Dual-SIM Adapter auf Bluetooth-Basis glücklich werden.