Android Dual-SIM Handys

Dual-SIM Handys mit Android

Quasi doppelter Spaß? Was ist zu beachten? Android Dual-SIM Handys (c) Android/eigene

Ein Android Smartphone ist eine gute Möglichkeit, wenn Sie ein Dual-SIM Handy kaufen möchten. Denn allgemein gilt das Betriebssystem („OS“) weit vor iOS und Windows Phone als das meistverbreitete OS.

Android lässt sich weitgehen individuell einstellen. Außerdem gibt es mit Google Play einen Store, der eine gewaltige App-Auswahl bietet: Insgesamt weit über eine Million freie und zahlungspflichtige Apps stehen zur Verfügung. Und der hohe weltweite Marktanteil spricht auch künftig für eine gute Versorgung. Dual-SIM Handys mit diesem System bieten daher eine Reihe an Vorteilen.

Dual-SIM Smartphone: Android im Vergleich

Jeder hat individuelle Vorlieben. Und während manche auf Android geradezu schwören, lehnen andere es rundweg ab. Welches das beste System für einen selbst ist, kann jeder frei beurteilen. Hier aber ein paar allgemeine Punkte, was die Dual-SIM Fähigkeiten angeht.

BetriebssystemDual-SIM
Geräte-Auswahl
Dual-SIM möglich
ab Version
Hersteller AuswahlVerfügbare Apps
AndroidSehr groß5.1Groß, z.B.
Samsung, Sony, HTC
ca. 1.500.000
Windows PhoneGering8.1Gering, v.a.
Microsoft
ca. 340.000
iOSKeineAppleca. 2.000.000
BlackBerryKeineBlackBerryca. 130.000
Firefox OSKeine2.0Nicht mehr im Handelca. 200

Viele Generationen im Umlauf

Android wird permanent weiterentwickelt, doch nicht jede neue Version ist sofort für jedes Handy erhältlich. Das liegt vor allem daran, dass die Hersteller normalerweise nicht das „pure“ Betriebssystem einsetzen. Vielmehr passen sie das Design, Menüs und Funktionen jeder Version mehr oder weniger stark an ihre eigenen Vorstellungen an.

Daher sind immer verschiedene Android Generationen auf Smartphones installiert. Bei einem neuen Handy erhält man zwar meist eine der neuesten Versionen – doch auf den Geräten im Bestand der Kunden sind oft noch ältere Varianten installiert. Hier ein Überblick über die weltweite Verteilung anhand Googles eigener Statistik. Dabei wurden im Juli 2015 alle Geräte gezählt, die in der vorangegangenen Woche auf den Play Store zugegriffen haben.

Android VersionCodename / Spitzname"Zähl-Buchstabe"Anteil am Android-Markt
(Mai 2015)
Anteil am Android-Markt
(November 2016)
2.2FroyoF0,2 %0,1 %
2.3.GingerbreadG4,1 %1,3 %
3.0Honeycomb
(nur Tablets)
Hn.a.n.a.
4.0Ice Cream SandwichI3,7 %1,3 %
4.1Jelly BeanJ12,1 %4,9 %
4.2Jelly BeanJ15,2 %6,8 %
4.3Jelly BeanJ4,5 %2,0 %
4.4KitKatK39,2 %25,2 %
5.0LollipopL15,9 %11,3 %
5.1LollipopL5,1 %22,8 %
6.0MarshmallowM0,0 %24,0 %
7.0NougatNn.v.0,3 %

Updates: Das sollten Sie wissen

Sobald eine neue Version erscheint, möchte man am liebsten direkt alle neuen Funktionen auch auf dem eigenen Smartphone nutzen. Doch so einfach ist es leider nicht. Denn die meisten Produzenten statten ihre Geräte nicht mit dem reinen Betriebssystem (OS) aus. Stattdessen installieren sie zusätzlich eine bestimmte Nutzeroberfläche („UI“, User Interface) und modifizieren das Android-OS anderweitig. Diese „Zwischenschicht“ zwischen Nutzer und Betriebssystem verhindert, dass man einfach das neueste verfügbare Android von Google installieren könnte – denn der Datenaustausch der UI würde mit dem neuen OS nicht mehr funktionieren.

Damit Hardware, OS und sonstige Software reibungslos zusammenspielen, muss der Hersteller daher zunächst ein individuelles Software Update für das einzelne Handymodell zum Download bereitstellen. Denn die komplette Software muss zunächst je nach Endgerät angepasst werden. Dabei ist die Modellpflege sowohl unter den Herstellern unterschiedlich ausgeprägt, aber auch innerhalb der Modellpalette desselben Anbieters. Faustregel: Je populärer das Smartphone, desto wahrscheinlicher investiert der Handyanbieter auch nach dem Verkauf auch noch in dessen Weiterentwicklung. Einfach das neueste Android aufspielen, funktioniert jedoch in aller Regel – leider – nicht.

Handy-Auswahl

Inzwischen gibt es Modelle diverser Hersteller, ausgestattet mit Betriebssystem-Versionen bis hin zu Android 7. Von einfachen Handys unter 100 Euro bis zu Flaggschiff Geräten mit zusätzlichem SIM-Slot ist alles dabei. Sogar das Samsung Galaxy S7 (Test).

Infos rund um Android für Handys mit 2 SIM-Karten

Integration SIM-Karten ins Betriebssystem

Die SIM-Karten in beiden Slots sind nahtlos ins Betriebssystem eingebunden – z.B. in Menüs und Wähltastatur.

App Auswahl: Android mit Dual SIM Smartphone

Infografik Quelle und (c) Statista.

Beispiele:

  • Am Tastenfeld erscheinen in der Regel einfach zwei grüne Hörer statt nur einem. So legt man durchs Tippen des jeweiligen Icons fest, welche SIM man für dieses Telefonat verwendet, ohne Extra-Schritte.
  • Im Menü „Einstellungen“ gibt es zusätzliche Menüpunkte bzw. mehr Optionen, passend zu den zusätzlichen Möglichkeiten.
  • In der Statuszeile erhält man z.B. für beide SIM-Karten separat die jeweils aktuelle Empfangsqualität, die üblichen Icons für empfangene Nachrichten etc.

Normale Vollversionen – mit speziellen Zusatzfunktionen

Abgesehen davon, dass man auf 2 SIM-Karten Zugriff hat, handelt es sich um „normale“ Android Smartphones mit allen typischen Eigenschaften des Betriebssystems. Dual-SIM Handys mit Android nutzen also kein „abgespecktes“ Android.

Android 4.4 Logo in einem Dual-SIM Handy

Sowohl Android 4.4 (KitKat), aber auch die aktuelle Lollipop-Version 5.1 sind bei Dual-SIM Handys verfügbar.

Die Phones ergänzen das bekannte Android um Dual-SIM Fähigkeiten. Einzelne Hersteller wie Samsung und Sony erweitern das OS dabei firmentypisch noch um eine eigene Benutzeroberfläche. Das soll für zusätzlichen Komfort sorgen oder die Nutzung so ermöglichen, wie der Anbieter es für besser als in der Standardversion hält.

Android Dual-SIM für den Beruf?

Das sollte kein Problem sein. Denn aufgrund der Marktposition und großen App-Auswahl bietet Android auch beruflich viele Vorteile.

  • Diverse Business-Apps für stehen zur Verfügung, so dass man vor allem mit den Top-Modellen sehr produktiv arbeiten, Termine verwalten, mehrere E-Mail-Konten beaufsichtigen und vieles mehr erledigen kann.
  • In den Einstellungen lassen sich die beiden „Leitungen“ oft separat verwalten. So kann man etwa den beruflichen Slot in der Freizeit deaktivieren.
  • Bestimmte Modelle ermöglichen es auch, dass man während eines Gesprächs einen Anruf auf der anderen Leitung durchgestellt bekommt.

Welche Android Handys im Einzelnen welche Eigenschaften besitzen? Das erfahren Sie am besten in unseren Tests und Berichten zu den einzelnen Dual-SIM Geräten.

Android 6: Neu bei „Marshmallow“

Google Android 6.0: Marshmallow

Googles offizielle Visualisierung der neuen Android 6.0 Version „Marshmallow“ (c) Google

Mit Android 6 geht Google direkt einen ganzen Schritt weiter, denn anders als bei Generation 4 mit 4.1, 4.2, 4.3 und 4.4 springt man von Android 5.1 direkt weiter auf 6.0. Dennoch sind die Änderungen zumindest optisch nicht ganz so auffällig wie beim letzten Wechsel auf eine neue Zahl. Denn das flache, sogenannte „Material“ Design bleibt bestehen, die Entwicklung im Innern des Betriebssystems sind aber teilweise sehr groß und auch sehr vorteilhaft. Wir haben die aus unserer Sicht interessantesten Änderungen zusammengestellt.

Versionsname

Nach L wie Lollipop kommt M wie Marshmallow. Diesen Namen hat Google bereits im August 2015 in seinem offiziellen Preview bekanntgegeben.

App Menü

Sortiert Apps jetzt alphabetisch und sieht noch klarer aus. Wird aber wahrscheinlich von den Nutzeroberflächen der meisten Hersteller wie zuvor auch umgestaltet werden.

Berechtigungen

Wenn nervt es nicht – man möchte eine App oder ein Spiel installieren, aber neben drei sinnvollen Berechtigungen verlangt das Programm auch noch einige Rechte, deren Notwendigkeit man beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Warum sollte ein simples Geduldsspiel den eigenen Aufenthaltsort kennen oder Zugriff auf die Kamera haben? Mit solchen „mitgehangen – mitgefangen“ Berechtigungen soll bei Android 6.0 Schluss sein. Denn dann kann man unter „App-Bereichtigungen“ jeder einzelnen App jede einzelne Berechtigung entziehen. Funktioniert eine App danach nicht mehr einwandfrei, kann man das Recht ja wieder freigeben, oder eine alternative Software im Play Store suchen. Übrigens: Man kann sich auch für einzelne Berechtigungen anzeigen lassen, welche Apps darauf zugreifen können. Und so bestimmte Rechte gezielt füralle Apps sperren.

Externer Speicher

Für viele wird ein Traum wahr: mit Marshmallow kann man unter Android externe Speicher-Sticks wie internen Speicher behandeln. Dazu wird es beim Anstecken eines USB Sticks möglich sein, die Option „Als internen Speicher verwenden“ zu klicken. So lässt sie sich für Dateien und Apps nutzen, als handele es sich um den geräteeigenen Speicher. Wie perfekt das tatsächlich funktioniert, werden die Tests zeigen. Nachteil: Das Speichergerät wird dann so formatiert, dass es nur noch mit dem konkreten Handy genutzt werden kann. Für microSD-Karten – wo der Zweck ja eigentlich näher läge als bei USB-Speichergeräten – ist diese Funktion allerdings noch nicht angekündigt.

Fotos und Google+

Wer seine Fotos bislang automatisch sichern wollte, musste dies beim Android-eigenen Tool in seinem G+ Konto erledigen. Bei Version 6.0 werden beide Funktionen (Foto-Cloud und Google+) getrennt. Künftig ist es übrigens möglich, mit Suchbegriffen auch die Inhalte von Fotos zu durchforsten, die Bilderkennung macht es (zumindest prinzipiell) möglich.

Android 5.1 für Dual-SIM Handys

Android 5.1 Lollipop mit Dual-SIM

Das Android 5.1 Lollipop Update unterstützt jetzt auch Dual-SIM. (Bild © Android Official Blog.)

In der Lollipop Generation unterstützt Android 5.1 auch 2 oder mehr SIM-Karten im Handy. Seit Android 5.0 auf den Markt gekommen war, blieb für Dual-SIM Handys zunächst Android 4.4.4 (Kitkat) die neueste Version. Nun kann Lollipop aber auch auf Multi-SIM Modellen aufgespielt werden. Auch Tri-SIM Modelle wie das Acer Liquid Trio könnten demnach auf ein Upgrade hoffen.

Ab wann kann man Android 5.1 als Upgrade nutzen?

Google hat diese Version ab dem 9. März 2015 im Lauf des Jahres ausgerollt aus. Wann genau bzw. ob bestimmte Handymodelle die Lollipop-Version als Download zur Verfügung gestellt bekommen, hängt wie immer vom Hersteller ab.

Logo von Android 5.1 Lollipop

So gibt sich Android 5.1 Lollipop über die Abfrage des Betriebssystems in den Einstellungen zu erkennen

Sind Android 5.1 Dual-SIM Handys angekündigt?

Aktuell sind uns zumindest keine bekannt. Vermutlich werden zunächst die internationalen Bestseller mit 5.1 ausgestattet. Bis zu den ersten 2-SIM-Modellen dürfte es noch etwas dauern. Vermutung: Ende des 2. oder Anfang des 3. Quartals 2015 dürften die ersten Multi-SIM Geräte mit dem neuen Betriebssystem auf den Markt kommen.

Was bringt das Lollipop Update sonst noch mit sich?

Google verspricht im offiziellen Android Blogpost, dass die Handynutzung mit der neuen Version sowohl stabiler als auch schneller wird. Neben der neuen Unterstützung für zwei oder mehr SIM-Karten werden auch ein verbesserter Geräteschutz sowie HD-Sprachverbindungen möglich. Immer vorausgesetzt, das jeweilige Handy hat die dafür erforderliche Hardware verbaut.

    • Der Geräteschutz dient bei Verlust oder Diebstahl dazu, das Smartphone zu sperren, bis man sich auf ihm mit seinem Google-Account einloggt. Das soll auch dann funktionieren, falls jemand das Smartphone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen sollte.
    • Mit HD-Voice verspricht Google eine kristallklaren Sprachqualität – allerdings ist die Voraussetzung dafür, dass sowohl das eigene Handy als auch das Phone des Gesprächspartners diesen Standard unterstützen. Es müssen beide Handys mit Android 5.1 Lollipop ausgestattet sein.
Verborgenes Spiel in Android 5.1

Kleine Überraschung: Ein System-Game in den Android-Einstellungen

 

  • Die Schnelleinstellungen, die man per (Herunterziehen der) Statusleiste erreicht, sollen vielfältiger werden. Vor allem der Zugang zu einem neuen WLAN-Netzwerk und der Zugriff auf verbundene Bluetooth soll direkt über dieses Menü möglich werden.

 

Verstecktes Spiel: EasterEgg in den Einstellungen

Als kleine Überraschung (EasterEgg) hat Andorid ein Spiel in Version 5.1 versteckt. Um es zu starten, muss man in den Einstellungen oft und schnell hintereinander auf die Zeile „Android-Version“ tippen. Daraufhin erscheint zunächst das Lollipop-Logo, siehe Screenshot oben. Indem man darauf lange den Finger hält, startet das Game. In ihm steuert man einen kleinen Android-Roboter.

Das GamePlay ist sehr schlicht: Tippt man mit einem Finger aufs Display, springt die Figur nach oben und fällt daraufhin wieder herab. Durch gezieltes Tippeln kann man den Roboter so auf der gewünschten Höhe halten, um Hindernissen (Lollipops) auszuweichen, die seitlich durchs Bild ziehen. Für jedes gelungene Manöver gibt es einen Punkt.